Der Traum ein Spiegel
von Mario Fassen
Meine Aufzeichnung soll den Leser dazu befähigen, ohne
fremde Hilfe, sich mit seinen Träumen auseinander zu setzen.
| Inhaltsverzeichnis: | Stand:1.2009 |
| Warum Träumt der Mensch nicht? Was bringen die Träume zum Ausdruck? Der Wahrtraum |
Lieber Leser, der Text bedarf sicher noch mannigfacher Verbesserungen, wenn es auf Vollständigkeit und Anspruch ankommen soll. Daher bitten ich alle Leser die etwas daran zu verbessern wissen, um gefällige Mitteilung, um sie für die nächste Aktualisierung benützen zu können. |
Wiederholungen aus dem vorausgegangenen
Tag
Objektive und subjektive Betrachtung
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Pflanzen und niedere Tiere im Traum
Persönlichkeitsentwicklung im Traum
Traumdeutung über die Assoziation
Möglichkeiten der Beantwortung:
Kinderträume
Verdichtung im Traum
Sprachträume
Körpergefühl im Traum
Sexualität im Traum
Angst und Alpträume
Ein Traum
kann auch Scherzen
Traum: In einer mir fremden Stadt habe ich mein Auto abgestellt
und kann es nicht mehr finden. Einen die Straße entlang laufenden Polizisten
spreche ich an, ob er mir nicht weiter helfen könnte. Er schaut mich an, zuckt
einen Zettel und schreibt ein Protokoll. Er sagt darauf:" Für die ganze
Stadt besteht ein Halteverbot " und drückt mir den Zettel in die Hand.
Einflüsse die wir unterschätzen, weil wir sie nicht
kennen.
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In jedem von uns steckt ein Keim, der mit seiner Energie den
Menschen zu seiner Entwicklung treibt. (Trieb) Einige dieser Einflüsse sind der stete Wunsch nach Macht, Besitz
und Sexualität. Sie bilden die wichtigsten Grundtriebe, die den Menschen
zu seiner Entwicklung zwingen. Diese Bedürfnisse müssen wir bereits in
früher Kindheit lernen zu zügeln. Schon als Kind, um als Gegenwert die
gleichbleibende Liebe der Eltern zu erhalten und später als Heranwachsender
auch die unserer Mitmenschen.* So lernen wir als Kind bereits früh den
Umgang mit unserer Umwelt und erkennen, wann unser Streben nach diesen
Bedürfnissen auf Widerstände stößt. Wenn die Eltern die Triebimpulse ihres
Kindes auf ein erträgliches soziales Maß einschränken und auf andere kulturelle
Lebensziele ableiten, erlernt das heranwachsende Kind den sozialen Umgang
mit seinen Mitmenschen. |
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Ausschlaggebend für die Entwicklung eines Kindes ist nicht
nur das Unterdrücken seiner Triebe von außen, sondern auch sein zu Grunde liegender
Charakter. In der Weise, wie sich das Kind wehrt, seine eigenen Triebe zu leben.
Werden die Triebimpulse einer Moral unterworfen oder streng bestraft, so entwickelt
das Kind Schuldgefühle, wodurch die Impulse in Verdrängung geraten.
Was verdrängt wird, verschwindet im unbewußten Bereich, dort
lebt es außerhalb unserer Kontrolle.
Die verdrängten Regungen bleiben dann das ganze Leben über
lebendig. Weil durch die Verdrängung dem Mensch wichtige Erfahrungen fehlen,
hören sie nicht auf zu existieren, leben um so stärker im Unbewußten weiter.
Die dann aus dem Unbewußten aufkommenden Impulse sind nicht mehr zielgerichtet,
denn nur aus dem bewußten Wunsch ist ein zielgerichtetes Verarbeiten möglich.
Jede dadurch begonnene Fehlentwicklung wird dann unkontrollierbar.
Verdrängung von Sexualität kann Prüderie oder suchen
erotischer Reize zur Folge haben.
Wenn durch die auferlegte Moral z.B. sexuelle Regungen nicht
im erträglichen Maß befriedigt werden können, treten an deren Stelle
Ersatzhandlungen, wie z.B. das betonen von Wörtern mit zweideutigem Charakter.
Ist ein Streben aus moralischem Gründen gehemmt, gerät es in Verdrängung. Für
den Außenstehenden, wie den Betreffenden selbst, ist ein Zusammenhang zur
Fehlhandlung nicht mehr direkt herzustellen, weil sie keinen sexuellen
Charakter mehr besitzt. In Träumen erfährt dann der Träumer eine Verschiebung,
es werden dabei Personen und Gegenstände aufgezeigt, die den eigentlichen
Konflikt lediglich symbolisch andeuten, z.B. Phallussymbole. Ist das Streben
lediglich geleugnet, werden wir direkt mit dem eigentlichen Konflikt
konfrontiert. Durch diese Träume besteht dann auch die Möglichkeit, den
Auslöser der Fehlhandlung direkt zu erkennen.
Durch die immer wieder aufkeimenden Triebimpulse wird unser
Handeln zur Ersatzhandlung. Diese Ersatzhandlungen werden dann lebensbestimmend
und hemmen damit unsere eigentliche Entwicklung.
Der so Gehemmte kanalisiert seine Hemmungen, indem er sein
Streben in eine Richtung ableitet, wo aus der mangelnden Selbstfindung
Schuldgefühle entstehen. Durch diese Fehlkanalisierung erschöpft sich dann
seine Lebenskraft, in dem die Fehlhandlung die Lebensenergie beansprucht. Die
Selbstverwirklichung des Betroffenen ist somit verbaut. Er ist nicht mehr in
der Lage, frei über seine Möglichkeiten zu entscheiden. Er wird Opfer seiner
autonomen Komplexe, ist nicht mehr Herr im eigenen Haus. Das typische Zeichen
daraus entstandener Neurosen erkennt man daran, mit welch unglaublichem Aufwand
und Umständlichkeit ein solcher an seine Werke herangeht. Die Voraussetzungen
seines Werkes stehen meist so in gegenseitiger Abhängigkeit, daß alles in
Versuchen oder Planung stecken bleiben muß. Dabei wird man auch erkennen,
welche Energie er dabei verliert. Diesen Sachverhalt erkennen wir aus
aufeinanderfolgenden Träumen mit ähnlichem Ablauf.
Auch das Nachdenken und sich ärgern über Dinge der anderen,
die einen nichts angehen, der ständige Themenwechsel während eines Gesprächs,
ist alles eine Ablenkung von seinen eigenen Bedürfnissen.
Der Neurotiker an sich ist immer reaktionsbereit. Das ist
das Verhängnis unverarbeiteter Reize, die nur dann entstehen, wenn die Umgebung
des Menschen seinen natürlichen Bedürfnissen nicht mehr entspricht. Ein Tier in
seiner natürlichen Umgebung reagiert nur dann auf frühere Erlebnisse, wenn sich
die Situation wiederholt. Der seelisch gestörte Mensch reagiert auch ohne
erkenntlichen Zusammenhang. Ist ein bestimmter Auslöser Ursache des Fehlverhaltens,
bleibt die Reaktionsbereitschaft bestehen, auch wenn der Auslösemoment
vergessen wird. Der Neurotiker ist so zu sagen ein Mensch, dessen Krisis zur
Gewohnheit geworden ist. Hier und nur hier ist die Aufarbeitung der
Vergangenheit angebracht. Wir erkennen das z.B. an Träumen, die uns in
bestimmte Zeiten zurückversetzen.
Wenn eigene Ziele durch das Gefühl von Minderwertigkeit
verhindert werden, kommt es zu den seltsamsten Fehlhandlungen, die wir als
solche nicht immer erkennen. Die Fehlhandlung bestätigt unsere Angst vor dem
Versagen, wobei wir verkennen, daß das Handeln nicht auf das Ziel gerichtet
ist. Hierzu ein Beispiel. Wir erhalten eine Rechnung, auf der an Stelle des
vereinbarten Preises ein höherer verzeichnet wurde. Ziel unserer Aktion sollte
sein, den vereinbarten Preis zu erhalten. Durch das gestörte Selbstvertrauen,
sein Recht zu erhalten, beginnen die Gedanken, eine eigene Welt zu formen.
Anstelle zielstrebig die Rechnung korrigieren zu lassen, wird versucht, im
Gedankenspiel den Sachverhalt so zu legen, wie man der Minderwertigkeit am
besten entgehen kann. Entweder entstehen nicht zu bewältigende Hindernisse, die
jede Aktion im voraus vereiteln oder der Weg wird so gelegt, um eine gangbare
Aktion zu ermöglichen. Ist das Ergebnis des Gedankenspiels, der Rechnungsteller
habe absichtlich so gehandelt, verlagert sich die Aktion nicht mehr auf den
vereinbarten Preis, sondern gegen den Rechnungsschreiber selbst. Ziel der
Aktion ist nicht mehr die falsche Rechnung an sich, sondern der korrupte
Rechnungsschreiber. Dem Rechnungsschreiber bleibt keine andere Wahl, als sich
zu wehren. Durch den Angriff, der dem Rechnungsschreiber unverständlich bleibt,
reagiert er mit Protest, zwangsweise so, wie es dem Gedankenspiel entsprach.
Was dabei vergessen wird, daß die Welt schon richtig reagiert.
Vier Eigenschaften besitzt der Mensch (eine der
hervorragenden Leistungen von C.G. Jung dies auszuarbeiten), um der Welt
sinnvoll zu begegnen.
1. Die Intuition, die uns spüren läßt, daß etwas kommen
wird.
2. Das Empfinden, das eine Ahnung hinterläßt, was es werden
könnte.
3. Das Fühlen, welches uns zeigt was es ist.
4. Das Denken, das uns befähigt damit etwas anzufangen.
Wer keine Intuition besitzt, wird nichts erahnen.
Wer kein Empfinden hat, kann nicht einschätzen.
Wer nicht fühlt, wird nichts erkennen.
Wer nicht denkt, der kann nichts ändern und formen.
Auch das heute hoch gepriesene Denken wird uns zum
Verhängnis, wenn es in seiner Aktion zu früh beginnt. Eine übereilte Reaktion
entsteht aus Angst, einer Minderwertigkeit zu begegnen.
Ist eine oder mehrere der vier Funktionen nicht entwickelt,
dann ist ein bewußter Ablauf im Leben nicht möglich.
Weil nun aus einem gestörten Leben eine reduzierte
Befriedigung hervorgeht, suchen wir einen Schuldigen, den man dafür
verantwortlich machen kann. Ist keine Person ausfindig zu machen, entstehen
Launen, denn was nicht bewußt gelebt wird, leben wir in Emotionen.
Der schlecht gelaunte Mensch macht andere für sein
Nicht-leben-können verantwortlich.
Finden wir eine Person, die den gleichen Fehler begeht, wird
sie beschimpft. Sind wir unseres Strebens nicht bewußt, beschimpfen wir den,
der den gleichen Wünschen unterliegt. Fehlt uns nur der Mut, unsere Wünsche
auszuleben, machen wir den schlecht, der es besser kann. Weil wir unsere
Schwächen fühlen aber nicht kennen, werden wir auf Menschen mit ähnlichen
Fehlern aufmerksam. Wir nehmen immer dann etwas wahr, wenn etwas nicht in
Ordnung ist im Vergleich mit uns selbst
Daraus entsteht die Projektion. Weil dem Menschen der
Blick nach innen verwehrt ist, erfährt er seine inneren Regungen, die nach
außen drängen in der äußeren Welt. Das wäre weiter nicht schlimm, könnten wir
die Regungen auch alle akzeptieren. Aber nicht alles, was aus uns entspringt,
sind wir bereit als eigen anzuerkennen, daraus entsteht der Kampf mit der
äußeren Welt. Im Traum wie im Wachen wird die Projektion dazu benutzt, auf uns
selber hinzuweisen. Dem Neurotiker wird das Leben dadurch zum Traum, indem sich
die Welt für ihn nur noch nach seiner eigenen Vorstellung zu erkennen gibt.
Zwischen dem Inhalt einer Projektion und ihrem Träger besteht nämlich immer
eine gewisse Korrespondenz. Das Unbewußte überträgt nicht wahllos eigene
Inhalte auf andere. Der Träger gibt auch Anlaß zu einer solchen Projektion. Hat
der Gegenüber eine sehr schwache Persönlichkeit, kann er auch in eine bestimmte
Rolle gezwungen werden, wie z.B. Kinder welche die Störung der Eltern leben.
Und weil sich unsere Projektionen im Wachen bestätigen,
fällt es uns äußerst schwer sie aufzugeben. Zu Menschen, deren Lebensinhalt
anders ist, finden wir schlechten oder überhaupt keinen Zugang. So umgeben wir
uns mit Personen die im Stande sind, unsere Schwächen zu reflektieren. Lerne
ich die Projektion aber auf mich zu beziehen, bin ich dadurch bewußter
geworden, weil ich einen Teil in mir entdecke, zu dessen Bewältigung ich dann
auch imstande bin. Die Rücknahme der Projektion, ist das Ankommen bei sich
selbst, eine harte Tatsache, die schwer zu tragen ist und die wir gerne
tauschen für das Schicksal.
Es soll dabei nicht vergessen werden, daß nicht nur
Negatives projiziert wird. Der Mensch, der sich selber unterschätzt, projiziert
auch Positives. Wenn wir z.B. zu einem Arzt gehen, so denken wir, daß er nach
einer Untersuchung über unseren Gesundheitszustand Bescheid weiß. Aber auch das
ist eine Projektion, denn wir denken, daß es so sei. Viele Menschen leben von
dieser Projektion der Anderen. Der Möchtegern mit seinen unverständlichen
aufgebauschten nichts sagenden Sätzen, hinter deren Wortkapriolen nichts
anderes steckt als ein vermindertes Selbstwertgefühl, hat das Ziel, die
Projektion des Wissenden auf sich zu lenken. Wenn derjenige sich mit diesen
Projektionen auch noch identifiziert und sich dabei wie ein Allwissender
vorkommt, so sind dessen Ratschläge für uns nicht nur recht fragwürdig, sondern
unter Umständen auch gefährlich. Aber durch die Selbstunterschätzung der
eigenen Fähigkeiten und Wahrnehmung liefern wir uns lieber diesen Menschen aus,
als eigene eventuelle Fehler uns einzugestehen zu müssen. Das ist aber wichtig,
denn durch Fehler lernen wir zu unterscheiden zwischen gut und schlecht,
richtig und falsch, denn nur der Tor scheut die Kritik. Nur in der
Differenzierung können wir erkennen und Bewußtheit erlangen.
Projiziert man einfach unkritisch Fähigkeiten in andere
Personen, liefert man sich nicht nur aus, sondern beraubt sich auch seiner
eigenen Empfindung. Wie wäre es denn sonst möglich, daß ein Arzt Arzneimittel
verordnet, ohne jemals davon eine Heilung gesehen zu haben, und der gutgläubige
Kranke die daraus folgenden Erkrankungen sich mit weiterem Gift behandeln läßt.
Immerhin steht die Todesrate durch Arzneimittel an vierter Stelle der
Todesursachenstatistik. Politiker erzählen uns, daß sie ein Problem lösen, ohne
eine präzise Lösung anzubieten, und wir glauben daran. Würde ein Politiker eine
präzise Lösung anbieten, so würden all diejenigen, die mit dem Vorschlag nicht
einverstanden sind, ihn nicht wählen. Sehr wohl sind wir aber dazu bereit,
einen Politiker zu wählen, der uns nicht nur große Sprüche anbietet, sondern
uns auch die Möglichkeit gibt, unsere Vorstellung in ihn hinein zu projizieren.
Um diese Möglichkeit zu schaffen, dürfen die wohlgeformten
Sätze keine präzisen Aussagen beinhalten. All das ist Projektion, zu denken,
daß sie es wüßten oder können, ohne es jemals erfahren zu haben.
Vor falschen unberechtigten Projektionen schützt uns nur die
eigene Bewußtheit, die sich daran orientiert, in wieweit die eigene Vorstellung
sich beim anderen auch real bestätigt. Aber wer ist schon so sachlich,
schließlich macht auch Sympathie tolerant.
Je größer die Kompetenz einer Person, um so besser können
wir ihre Taten erkennen.
Politiker und viele andere Personen leben von Projektion.
Je mehr sie im Stande sind, Projektionen zu spiegeln, um so
erfolgreicher verläuft ihre Karriere, um so katastrophaler ihr Wirken, wenn
Projektion und Inhalt auseinandergehen. Menschen, die etwas können, lassen
keine Projektionen zu. Von daher werden in der Regel immer die Falschen
erwählt.
Das wenige Wissen, das manche von ihnen besitzen, können sie
nicht mit uns teilen, es würde sie mit uns auf eine gleiche Ebene stellen, was
automatisch eine Entmachtung mit sich bringen würde. Stellen wir ihre Kompetenz
in Frage, wird mit Aggression die Macht demonstriert, damit die Projektion aufrecht
erhalten bleibt. Oder warum sonst wird ein Arzt emotional, wenn wir anderer
Meinung sind. Ein Wissender macht sein Gegenüber zum Mitwisser, nämlich nur
so ist der andere in der Lage, anderen oder sich selber zu helfen.
Projizieren wir in das Böse etwas Gutes, so wird es uns zur
Gefahr. Projizieren wir allerdings Gutes in etwas Gutes, so kommt es verstärkt
auf uns zurück, weil die Vorstellung den Weg zum Guten offen hält. Dabei muß es
sich beim Empfänger nicht unbedingt um eine Person handeln, sondern es können
auch Tiere und Gegenstände sein, z.B. wie uns bekannt, hat ein Arzneimittel
bereits seine Wirkung durch das alleinige Wissen darum. Hat das Arzneimittel
dann auch noch den Effekt, unser Leiden zu mindern, so addieren sich beide.
All das ist Projektion, unbewußtes Leben und nur die
Bewußtheit verhindert diese Gefahren. In Bewußtheit steckt das Wort wissen,
wovor wir uns aber auch fürchten, scheint es doch als besser, nicht alles zu
wissen. Die Frage ist nur, inwieweit wir für ein gesundes geistiges Leben die
Augen verschließen können. Alles, was wir in uns haben, läßt sich nach außen
projizieren, und so schafft sich nicht nur der Neurotiker durch eigene
Vorstellungen seine eigene Wirklichkeit. Durch das Weghören und Nichtverstehen
wird unsere Situation nicht besser. Durch das Leugnen der eigenen Situation
wird das Leben kurzfristig erträglicher, auf Dauer aber unerträglich. Auf
irgend eine Weise beschäftigen wir uns mit dem Anstehenden trotzdem unentwegt,
auch wenn unser Handeln aus der Verdrängung das Resultat einer Verschiebung
ist. Hören wir aber auf unsere innere Stimme im Traum, so ist sie uns ein
unbestechlicher Führer, indem sie uns auf das verweist, das wir noch nicht
bewußt zu integrieren wagen. Hätten wir aber den Mut, entsprechend Einfluß auf
das Geschehene zu nehmen, wäre alles zu verhindern. Für eine Entwicklung bedarf
es Mut. Mut beweist sich nicht, wenn etwas unternommen wird, das kurzfristig
die innere Spannung nimmt oder uns Erleichterung verschafft. Mut beweist sich,
wenn ich der inneren Spannung begegne, mich überwinde, um etwas zu tun, aus dem
eine Selbstachtung hervorgeht. Durch ersteres erreichen wir eine Befriedigung
von nur kurzer Dauer, und auf die Handlung folgt ein Wiederholungszwang, zum
Beispiel ständiges Kaufen von Kleidung. Die unentwegte Hilfsbereitschaft aus
angeblicher Nächstenliebe oder das ständige Essen und Trinken oder auch
Hungern, sie werden zur Sucht. Sucht ist, keinen Mut zu haben. Die Wiederholung
ist ein Zeichen mangelnder Konfliktbereitschaft, auch wenn daraus ein neuer
Konflikt entsteht, aber immer nur der akzeptablere. Man geht dem neuen,
unbekannten Konflikt, der Entwicklung aus dem Weg.
Wird der Konflikt unterbrochen, weil sich die Situation
vorzeitig verändert, z.B.. Tod der Eltern bei einem bestehenden Elternkonflikt,
wird dieser dann auf eine andere Person übertragen, um ihn einer Lösung
zugänglich zu machen. Niemals erledigt sich etwas von selbst.
Wenn immer von Träumen die Rede ist, melden sich Menschen
zu Wort, die behaupten, nicht zu träumen. Es stellt sich die Frage, warum
machen manche Menschen angeblich hiervon eine Ausnahme?
Albert Adler meinte, wer sich im Wachzustand mit seinen Konflikten ausreichend
beschäftigt, träumt weniger häufig und intensiv.
Aufweckversuche lassen allerdings keinen Unterschied in der Häufigkeit
an Träumen erkennen.
Irrational denkende Menschen haben eine größere Konfliktproblematik.
Ihre Träume sind deshalb
intensiver oder man kann auch sagen immenser, beladener –eben konfliktträchtiger,
weshalb sie besser in Erinnerung bleiben.
Treten die Träume nicht deutlich in unser Bewußtsein hinein, sind
sie zwar vorhanden, aber nicht zu rekonstruieren. So erinnert man sich geträumt
zu haben, ohne der Traumbilder überhaupt erinnern zu können.
Um ein Bild in unserem Gedächtnis wachrufen zu können, muß es
überhaupt erst einmal im
Bewußtsein vorhanden sein. Ergänzende Informationen oder bereits
bekannte Bilder bleiben weitaus besser im Gedächtnis hängen, als ein
bis dahin unbekanntes Bild.
Verweigert der Träumer das Erinnern, so bleiben ihm die Bilder fremd. Nicht jeder Mensch ist an seiner Entwicklung interessiert, denn Entwicklung heißt, sich Herausforderungen stellen zu wollen.
Wer die Augen vor sich verschließt, will und kann sich seiner Träume
schlecht erinnern, es sei denn, sie treten mit Gewalt hervor. Zum Beispiel hat
der Depressive, der die Konfrontation scheut, auch eine schlechte Traumerinnerung.
Eine weitere Ursache der schlechten Traumerinnerung mag auch darin begründet
sein, daß je mehr sich der Mensch auf der Flucht vor sich selbst befindet
und sich weigert die reale Situation zu erfassen, desto unverständlicher
und verworrener seine Träume sind, so daß die Träume fast nicht
mehr reproduzierbar sind, und man sich nur noch vage erinnern zu können
glaubt.
Hysterische Personen haben zum Teil ein sehr ausgeprägtes, buntes, aber
scheinbar banales Traumleben. Vergleichen wir es mit dem Traumleben eines Depressiven,
der fast keine Impulse im Traum besitzt, so erkennen wir, wie der Traum das
eigene Leben reflektiert.
Eine unbefriedigende Traumerinnerung haben wir, wenn wir eine Hilfestellung
aus dem Traum ohne aktives Zutun erwarten oder wenn wir über den Traum
etwas erzwingen wollen.
Wer ein Traumtagebuch führt, kann erkennen, daß an bedeutenden Tagen, auch bedeutende Träume entstanden sind. Wer den bedeutenden Traum im Vorhinein erwartet, bei dem bleibt er aus. Überhaupt scheint das Unbewußte kein Interesse einer Beweisführung zu haben, denn es entzieht sich, wenn man ihm zu viel Aufmerksamkeit schenkt. Der Vorführeffekt ist ja allgemein bekannt, auch der Traum läßt sich nicht planen.
Es gibt Menschen die nach ihrem Traumverhalten gefragt, sich stolz auf die
Schulter klopfen. Die einen glauben, niemals zu träumen. Das sind die Ignoranten.
Sie verstehen es, ihre Problematik nicht wahrzunehmen. Was sie erst einmal verschweigen,
ist, daß sie einen alten Traum in guter Erinnerung haben. Wenn ein früherer
bedeutender Traum ungelöst bleibt, so fällt meist das Erinnerungsvermögen
für weitere Träume aus. Durch das Noch-erinnert-werden, behält
der Traum weiterhin seine wichtige Funktion und überlagert wahrscheinlich
die neuen Träume.
Dann gibt es auch noch die stolzen Strategen. Sie wissen, daß sie träume.
Der Stolz nimmt Bezug zu dem Geschick, Strategien zu haben, die eigenen Schwächen
und die eigene Problematik zu verleugnen.
Traumbeispiel: Ich befinde mich in einem fremden Land und werde von unbekannten
Männern verfolgt. Ich laufe in ein Gewässer das ich sofort wieder
verlasse und verwische hinter mir die Spur. Die Männer denken jetzt, ich
sei ertrunken.
C.G. Jung beschreibt noch ein weiteres Phänomen, nämlich, daß
Träume „auswandern“. Personen der unmittelbaren Umgebung träumen die
Dinge der anderen, die für sie ganz und gar untypisch sind.
Eine Gefahr, eine sogenannte Kontraindikation, befindet sich ebenfalls in der Traumdeutung. Solange die Traumanalyse eine spürbare Selbstsicherheit oder Angstverminderung im Wachleben bewirkt, sollten wir uns auf jeden Fall mit unseren Träumen beschäftigen.
Entstehen Ängste, übersteigertes Selbstwertgefühl oder wird der Kontakt nach außen abgebrochen, ist eine Fachkraft heranzuziehen.
Grundsätzlich abgeraten wird Menschen, die bereits unter schweren Kontaktstörungen
leiden und solchen, deren Bezug zum realen Leben bereits wesentlich gestört
ist. Personen mit einer latenten Psychose oder Personen, die eine Psychose in
ihrer Vorgeschichte haben, ist besondere Vorsicht geboten. Durch das ständige
Suchen in der Phantasie wird die Psychose genährt. In einem solchen Zustand
ist es erforderlich, die am Tage produzierten Vorstellungen mit einer geschulten
Person, auf kurze Zeit begrenzt, nach vorausgegangener einfacher körperlicher
Arbeit nach dem Vorgehen der Traumanalyse zu erörtern. Der Bezug zur Außenwelt
muß immer hergestellt sein, bevor man sich dem Unbewußten nähert
Typische Träume die vor diesen Gefahren warnen sind: außerhalb der
Erde schweben, nicht mehr auf der Erde sein, sich in fernen Welten befinden,
den Kontakt zur Erde verlieren und ähnliche Träume.
Das gehäufte Auftreten außer Kontrolle geratener Elemente wie Fluten,
Wirbelstürme, Erdbeben, Feuersbrunst usw., die uns zu vernichten drohen,
können zum Abbrechen der Analyse auffordern, müssen es aber nicht.
Besteht kein Anhaltspunkt zu einer Psychose, verweisen sie auf einen aktuellen
Orientierungsverlust. Typisch sind Träume von Erdbeben und von Weltuntergangstimmung.
Bei solchen Träumen soll der Träumer sich nur selbst fragen, inwieweit
er sein Leben momentan real erfaßt.
Generell ist das Besprechen der Träume mit einer Person seines Vertrauens
wirkungsvoller, schon aus dem Grunde, weil man dazu neigt, sich selber falsch
einzuschätzen und sich den Traum nach seinen gewünschten Vorstellungen
interpretatorisch zurechtbiegt.
Menschen, die versuchen, aus der Welt zu fliehen, haben nicht selten phantastische Träume. Schwimmen mit Delphinen unter Wasser im Meer, oder das treiben auf Seifenblasen in der Luft, sind Träume, die auf einen solchen Zustand hinweisen. Die Träumer fühlen sich dann mit ihren Träumen und Phantasien sehr wohl, weshalb sie für eine ernsthafte Psychotherapie nur selten zu haben sind, aber leider um so mehr für Psychopharmaka. Selbstmordgedanken sind bei diesen Menschen häufig anzutreffen.
Nicht zu erreichen durch Träume sind extreme Neurotiker, welche bereits
damit ausgelastet sind, den Eindrücken aus dem täglichen Leben zu
entweichen, ganz zu schweigen von den Eindrücken des Unbewußten.
Menschen mit mangelnder Eigenkritik und ausgeprägtem Geltungsstreben, sollten
sich ebenfalls von der Traumanalyse fern halten. Nicht weil sie ihnen zur Gefahr
wird, sondern weil durch den Drang des Profilierens, in dem sie alles Ernste
banalisieren und alles Banale zum Ernst hervorheben, sie ihre Umwelt zusätzlich
belasten. Sie versuchen sowieso nur sich mit ihrem Gerede interessant zu machen.
Zu Freuds Zeiten und leider zum Teil noch heute, hat man den
Eindruck, der Traum wird herangezogen, um durch seltsame Regeln dem Träumer die
Vorstellung des Psychotherapeuten plausibel zu machen. Wer träumt er sei in
einer Kirche, so liegt der Wunsch im Bordell. Tauchen wir an diesem heiligen
Platz die Hand auch noch in ein Wasserbecken, so erfährt der Traumdeuter eine
Steigerung seiner Phantasie, um sich mit etwas Auseinander zu setzen, das er
dem Träumer in die Schuhe schiebt. Überhaupt versuchte der Traum, nach manch
alt hergebrachter Lehrmeinung, den Träumer nur an der Nase herumzuführen. Das
eigentliche Problemen soll vom Träumer ferngehalten werden, um ihm einen
ruhigen Schlaf zu gönnen. Ganz ohne Grund ist diese Theorie nicht entstanden,
denn es stellt sich immer wieder die Frage; warum der Traum nicht deutlich
zeigt, was es zu erkennen gibt? - Weil
der Mensch es nicht erträgt und versteht, wenn Realität sich ihm zeigt. Wer
längere Zeit Menschen mit ihren Träumen beobachtet, wird erkennen, wie
scheinbar nebensächliche Dinge langsam aber deutlich in ein Zentrum rücken. Zum
Teil wäre es möglich den Traum beim ersten Gespräch zu klären, aber es dauert
unter Umständen über ein Jahr, mit weiteren Träumen, dies zu erreichen.
Betrachten wir Träume objektiv, so erkennen wir eine gewisse
Gesetzmäßigkeit, die sich auch im Wachen wiederfindet. Anhand des Depressiven
und des Hysterischen habe ich es schon erwähnt.
Das heißt, wenn wir den Traumablauf vergleichen mit dem
Ablauf im Wachen, ohne den Traum zu deuten, läßt sich leicht ein Zusammenhang
zum Träumer herstellen. Dieser Zusammenhang bereitet für das eigene Traumbild
Schwierigkeiten, da unsere Schwächen, welcher der Traum beschreibt, für uns
nicht so einsichtig sind. Unter Umständen jedoch sehr deutlich für die Anderen.
Der Unterschied zwischen dem Wachzustand und dem Traum liegt
darin; das Unbewußte besitzt die Möglichkeit, die auf uns zutreffenden Bilder
und Situationen selbst herbeizuführen, ähnlich einem Künstler, der etwas zum
Ausdruck bringen will. Dabei stört das Unbewußte sich nicht, wie das ICH
darüber denkt, sondern es zwingt das ICH, die Bilder war zu nehmen.
Dabei darf dem Traum nur entnommen werden, was der Traum
tatsächlich zu erkennen gibt. Immer wieder besteht die Tendenz vom eigentlichen
Traumgeschehen abzuweichen, um ihm wünschenswerte Vorstellung zu geben, von Seiten
des Träumers, genau so wie den Personen, mit denen man einen Traum bespricht.
Es ist nicht einfach, das darf man nicht unterschätzen, eine
Trauminterpretation zu wählen, die es einem kaum ermöglicht, den Sündenbock
beim anderen zu suchen oder ihn umzudeuten.
Ein Traumbeispiel aus einem Traumbuch, das der Träumerin
nicht gerecht wurde:
Eine alleinstehende Frau, geht mit James Dean an der Hand in
ein Getreidesilo. Er bedeckt sie und sich mit Getreide, um zu sterben. Sie
zieht ihn dann wieder heraus und das Ganze beginnt von vorne, mehrmals
hintereinander.
Der Traum wurde sexuell gedeutet, da die Frau unter
sexuellen Beziehungsstörungen litt.
Nichts in dem Traum weist auf Sexualität. Sollte die Frau
auch sexuelle Probleme haben, der Traum bezieht sich nicht darauf.
Die sexuelle Störung ist unter Umständen Folge von dem was
der Traum zu erkennen gibt. Die Ursache selbst ist sie nicht, daher wird sie im
Traum auch nicht dargestellt.
Was der Traum zu erkennen gibt, ist das Ideal an ihrer Hand.
Da es bereits verstorben ist, bleibt ihr nichts übrig, als mit ihm zu sterben,
obwohl sie es nicht will. Das wäre eine sichtbare Möglichkeit, wenn die
Träumerin sich damit identifizieren kann.
Nicht jeder Traum bedarf einer Lösung und nicht jeder Traum
kann gelöst werden. Aus dem Traum oben sind einige Schlüsse zu entnehmen. James
Deans wirkt nachvollziehbar, während die Bedeutung des Getreidesilos für uns,
ohne die Frau zu befragen, unter Umständen selbst für die Frau, im Verborgenen
bleibt.
Kommen Träume aus den tiefen Schichten des Unbewußten,
können nur Vermutungen angestellt werden. Sie besitzen meist einen eigenartigen
Charakter. Höhlen, heilige Stätten, Schlangen, Fische, Reptilien, oder
mystische Personen sind typische Vertreter dieser Art. Diese Symbole übersteigen
meist unsere Bewußtseinsebene. Häufig treten sie auf, wenn ein neuer Abschnitt
einer Persönlichkeitsentwicklung beginnt.
Traumbeispiel: In einer eigenartigen Gegend steht eine
Mauer. Es kommen Priester und sagen, man muß unter der Mauer, in der Erde, ein
Kind befreien.
Es macht nicht immer einen Sinn, jedes Element das sich im
Traum zu erkennen gibt einer Deutung zu unterziehen. Bei einen umfangreichen
Traum werden nur die Teile herausgegriffen, welche einen wichtigen Stellenwert
im Traum einnehmen, oder bereits aus anderen Träumen, eine Wiederholung fanden.
Bevor wir die Träume genauer Betrachten, müssen wir wissen,
auf was uns der Traum verweisen kann.
Träume können uns Realität zeigen, sie können falsche Vorstellungen
korrigieren, unsere Situation von einer anderen Seite beleuchten, uns einen
Spiegel vor die Nase halten, Hintergründe offenbaren, Wünsche befriedigen und
einen Blick in höhere Dinge gewähren.
Woran erkennen wir die einzelnen Träume?
Wahrträume beinhalten keine Symbolik, sondern zeigen
momentane oder zukünftige Realität.
Der Traum hat immer realen Charakter. Zwischen den Bildern im Wachen und im
Traum, ist nicht zu unterscheiden. Das Traumbild tritt dabei so deutlich in
Erscheinung, daß ein dem Wachleben gleicher Eindruck entsteht. Der Traum
hat eine deutliche direkte Botschaft
In Wahrträume, ist das ICH nur selten eingebunden, der Träumer wird
lediglich zum Betrachter des Geschehens. In der Regel haben diese Träume
eine sehr kurze Handlung oder keine wechselnden Bildszenen. Besteht eine gewisse
Dringlichkeit, den Hinweis zu beachten, enden die Träume mit plötzlichem
Erwachen. Schenkt der Träumer dem keine Beachtung, wiederholt sich der
Traum, entsprechend mehrmals in der Nacht.
Warnungen werden in der Regel von verstorbenen Personen ausgesprochen. Ernst
zu nehmende Personen sind besonders die Mutter (wenn es sich nicht um den Nachhall
der Kindheit handelt) oder Freunde, wenn ein gutes Verhältnis zu ihnen
bestand. Die Sprache der warnenden Person ist deutlich zu hören, im Gegensatz
zu den üblichen Träumen, wo die Sprache nur wissentlich mit ins Wachleben
genommen wird. In sehr seltenen Fällen geht die Warnung auch von mystischen
Personen aus.
Bei den Wahrträumen, die sich 1:1 mit der Realität decken, finden
wir zwei Kategorien:
1. Der Traum zeigt Realität, die es unbedingt zu beachten gilt. Sie sehen
im Traum z.B. einen schadhaften Reifen an ihrem Fahrzeug oder der Teich in ihrem
Garten wird plötzlich zu einer Gefahr für ein Kleinkind. Das Traumbild
oder der Traumablauf soll nach dem Erwachen unbedingt überprüft und
berücksichtigt werden.
2. Der Traum zeigt eine Banalität, die sich zu einem späteren Zeitpunkt
auch tatsächlich so ereignen wird. So sieht der Träumer z.B. im Traum
einen Specht mit einen Stück Plastik im Schnabel auf seiner Fensterbank
sitzen und am kommenden Tag sieht der Träumer den Specht mit dem gleichen
Plastikteil auf seiner Fensterbank sitzen. Bis der Traum sich bewahrheitet,
können Tage, Wochen, Monate und manchmal sogar Jahre vergehen. Das eigenartige
bei solchen Träumen ist tatsächlich das Unbedeutende, auf das der
Traum hinweist. Warum wir diese Träume träumen, darüber möchte
ich noch schweigen, weil ich mir noch entsprechende Zuschriften wünsche,
um mir meine Vermutung zu bestätigen.
Realistische Traumbilder kommen aber auch außerhalb von Wahrträumen vor und zwar dann, wenn es für den Träumer wichtig wird, etwas anzuerkennen. Das Traumbild und die Handlung haben dabei keinen realen Hintergrund und das Traumbild, das sich deutlich hervorhebt, macht nur einen Teil der Traumhandlung aus.
Wenn aber umgekehrt Träume die Realität widerspiegeln, z.B. berechtigte
Sorgen und Ängste im Traum ihre Bearbeitung finden und die Befürchtungen
dann endlich eintreffen, hat das nichts mit Wahrträumen zu tun.
Sie sind schon deshalb keine Wahrträume, weil das Traumbild lediglich einen
Zusammenhang zum kommenden Ereignis erkennen läßt, aber nicht originalgetreu
das Geschehen zeigt.
Dazu ein Traumbeispiel:
Eine aus unserem Wohnviertel mir bekannte Schlägerbande, lungert auf der
Straße herum. Als sie mich sehen halten sie mich fest und drohen, mein
Auto zu demolieren, sollte ich nicht von hier verschwinden."
Diese Träume wiederholten sich auf ähnliche Weise über 2-3 Wochen
hinweg und enden, als der Träumer tatsächlich eines Morgens seinen
Wagen mit eingeschlagenen Scheiben und zerstochenen Reifen vorfindet.
Wenn Träume wiederholt den realen Lebensbereich thematisch verarbeiten,
dann soll der Träumer aus dem Traumergebnis für sich die notwendigen
Konsequenzen ziehen.
Diese Träume kündigen kein Unheil an, sondern verlangen eine Veränderung.
Im Fall des Träumers, ein Wechsel aus seinem Lebensbereichs. Wer in einem
Stadtbezirk mit Schlägerbanden wohnt, kann kein friedliches Miteinander
erwarten.
Generell kann gesagt werden, wann immer das ICH im Traum wiederholt Schaden
leidet, überprüfen Sie ihre Einstellung und den eingeschlagenen Weg.
Ein weiterer Traum, den eine Träumerin als Wahrtraum verstanden wissen
wollte, aber von seiner Struktur her keiner war. Sicherlich wirft der Traum
einige Fragen auf, die nicht zu beantworten sind.
Traum: Die große Fichte vor meinem Zimmerfenster wurde gefällt.
Das Traumbild unterschied sich von anderen Traumbildern nicht. Die Träumerin
war darüber sehr bestürzt, als eine Woche später der Baum tatsächlich
der Säge zum Opfer fiel. Sie empfand diese Aktion als Respektlosigkeit
gegenüber der Schöpfung. Das war eine Projektion. Als die Frau ein
Jahr später von ihrer Tante ein Haus erbte, in dessen Garten sich eine
gesunde stattliche Fichte befand, war eine ihrer ersten Aktivitäten, den
Baum zu fällen.
Meine langjährige Erfahrung mit Träumen hat mich noch auf eine weitere
Gruppe von Träumen aufmerksam werden lassen, die gerne als Wahrträume
behandelt werden, aber im Grunde genommen auch keine sind. Nach dem 11 September
wurden mir vermehrt Träume dieser Art mitgeteilt. Diese Träumer glauben,
daß zwischen dem Ereignis und ihrem vorausgegangenen Traum ein Zusammenhang
besteht. Solche Gleichzeitigkeiten waren zu dieser Zeit sehr auffällig,
kommen aber nicht nur in Träumen, sondern in allen Lebensbereichen vor.
Sie thematisieren z.B. eine bestimmte Person, die dann unverhofft hinzutritt.
Der Volksmund formte daraus sogar einen Reim: „Wird der Esel benannt, so kommt
er gerannt.“
Oder das Krankenhauspersonal, das Tage kennt, wo verschiedene Patienten mit
den gleichen außergewöhnlichen Verletzungen eingeliefert werden,
ohne daß es einen offensichtlichen Zusammenhang gibt. Hier würden
sich noch viele Beispiele aufzeigen lassen und die meisten Leser wissen über
eigene Erfahrungen zu berichten.
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Korrektur-Träume geben unserem Leben eine neue Richtung. Das
Geschehen im Traum beeinflußt durch unentwegtes Erinnern den folgenden Tag.
Hier kann es sich um den falschen Lebensweg oder eine falsche
Einstellung zum Leben handeln. Die meisten Träume dieser Art sind erschreckend,
manche ermuntern, und in seltenen Fällen sind sie beschämend. Die Träume müssen
keinen realen Hintergrund besitzen.
Traumbeispiel mit realem Hintergrund: Ein Mann spielt mit
der Überlegung, seinen Vater in seine Familie mit aufzunehmen. Die Mutter war
gestorben, und der Vater lebte alleine.
Es klopft an die Tür. Die Tür öffnet sich, und draußen steht
der Vater in der Gestalt des Teufels. Durch den Schreck erfolgte spontanes
Erwachen. Der Mann hatte zuvor die Zornausbrüche seines Vaters, unter denen er
früher schwer zu leiden hatte beschwichtigt, um die Aufnahme in die Familie zu
ermöglichen.
Der Traum hatte seine Wirkung nicht verfehlt.
Ergänzungsträume führen etwas auf, um das eigene Blickfeld
und dadurch unsere Persönlichkeit zu erweitern. Wir können in einer Nacht die
unterschiedlichsten Träume träumen. Die verschiedenen Träume zeigen die
momentane Situation aus unterschiedlicher Sicht. Der eigentliche Beweggrund
dieser Träume ist aus den wiederkehrenden Traummotiven zu entnehmen. Der Traum
besitzt symbolische Funktion. Der Ort, die Personen und die Motive müssen
keinen realen Hintergrund besitzen, sonder können frei erfunden sein. Zum
größten Teil lassen sich die Traumbilder über die Assoziation auflösen.
Entweder rufen die einzelnen Bilder bei genauerer
Betrachtung Erinnerungen aus der Vergangenheit wach, oder sie stehen Symbolisch
für die momentane Situation
Ergänzungsträume und Spiegelungen, hier sind die meisten
Träume einzuordnen.
Projektionstraum (Spiegelung)
Diese Träume sind mit bekannten und unbekannter Personen
besetzt.
Wo immer ich Menschen begegne, begegne ich mir selbst. Was immer
ich im Anderen erkenne, ist bei mir bereits bekannt.
Diese Träume werden Sie verstehen, wenn sie das
Kapitel" Die verschiedenen Personen im Traum" durchgelesen haben.
Traumbeispiel: Die Träumerin befindet sich in einem Kino.
Ein ihr bekannter Mann küßt eine unbekannte Frau.
Was der Mensch an sich nicht kennt, ihn aber bewegt, dem
schenkt er bei anderen besondere Aufmerksamkeit.
In diesem Stadium der Träume, ist die Träumerin natürlich
noch nicht bereit sich an der Stelle der unbekannten Frau zu sehen, von daher
erscheint sie ihr noch unbekannt.
Hier handelt es sich um Träume, die nicht selten anzutreffen
sind. Es sind die Träume, über die man nicht immer gerade gerne spricht.
Ein Traum, der kompensiert, setzt der eigenen Vorstellung
etwas entgegen.
Durch die Dualität im Leben, z.B. Haß und Liebe, ist eine
Umkehrung vom einen in das andere möglich, wenn die Qualität der Liebe bereits
den Haß in sich enthält. Wir sprechen bekanntlich auch von Haßliebe. Durch
dieses ambivalente Verhalten entstehen Träume, die das Gegenteil zeigen, von
dem, was wir im Wachen tun. Diese Ambivalenzen sind in unserem Leben
allgegenwärtig. Es entstehen viele Handlungen nur, um nicht in das Gegenteilige
abzurutschen. Bei Nietzsche spricht Zarathustra zum Seiltänzer:" Du hast
aus der Gefahr deinen Beruf gemacht, daran ist nichts zu verachten." Wir
wissen aus der Psychologie, daß auch unsere Berufe einem bestimmten Formenkreis
angehören, z.B. der Chirurg dem Sadisten, der Frisör dem Sexuellen, der
Polizist dem Kriminellen. Das, was der Polizist mit dem Verbrecher teilt, ist
das Umfeld, in dem sich beide bewegen. Der Beruf wird nicht dazu benutzt, um
die Triebnatur zu befriedigen, sondern um ihr etwas entgegen zu setzen. Gut und
böse, heiß und kalt, beide zusammen bilden ein Ganzes und sind nur in der
Aufspaltung unterscheidbar. Wer den Haß nicht kennt, kennt auch die Liebe
nicht. Durch die vollzogene Seite des einen entsteht ein Zwiespalt mit dem
anderen. Durch das nicht Anerkennen-wollen der anderen Seite erfolgt ein
neurotisches Verhalten der gelebten Seite.
Der Traum zeigt Größe, wo Kleinheit herrscht, zeigt
Kleinheit, wo Größenwahn besteht.
Nur eine gereifte Persönlichkeit ist in der Lage, Mittelmaß
zu halten. Die meisten Menschen schwanken zwischen Hochmut und Depression.
Der Traum in seinem Ablauf ist so perfekt, baut auf und
zerstört, in feinster Weise, abgestimmt auf unser inneres Erleben, zur Rettung
des Seins vor dem Schein.
Wenn wir im Traum mit den großen Dingen in Berührung kommen,
führt der Traum die Kompensation meist mit. Der Traum fügt Bilder ein, die
verhindern, daß der Träumer nicht mit Flügeln der Welt entschwebt. Diese
Genialität zeigt sich im folgenden Traum: Ein alter weiser Mann führt mich
an einen heiligen Ort. Dort eingetroffen kommen Touristen herbei um Bilder zu
machen.
Wer an einer Selbstüberschätzung leidet, läßt die
gegenteilige Meinung seiner Mitmenschen nicht gelten, da er sich so nicht
sieht.
Der Traum führt ihm etwas vor. So erfährt er sich unter
Umständen in feiner Gesellschaft, nur seine Kleider passen nicht so recht. Er
könnte auch träumen, wie ein für ihn Minderwertiger ihn höflich grüßt. Welche
Träume das Unbewußte dabei wählt, ist abhängig davon, wie der Träumer selbst zu
seiner Fehleinschätzung steht.
Was den Träumer zu seinem Traumgebilde verhilft, ist das auf
ihn real Einwirkende, das bereits Erfahrene und das darauf reagierende
Unbewußte.
Traumbeispiel: Ich bin auf einer Festlichkeit. Ein Herr
kommt auf mich zu und weist mir einen Platz bei den Ehrengästen.
Hier wurde die Minderwertigkeit eines arroganten Menschen
kompensiert. Warum er diesen Platz einnehmen sollte, konnte der Träumer nur auf
seine Person zurückführen, ein realer Hintergrund war allerdings nicht gegeben.
Traum eines ehemaligen Rauchers, der sich zum aggressivern
Nichtraucher entwickelt hat: Ich jage alle Raucher aus dem Zimmer. Als ich
alleine bin, zünde ich mir eine Zigarre an.
Der Träumer war überaus überrascht, so etwas zu träumen. Der
Traum zeigt aber wie gerne er selber noch rauchen würde. Seine Unfähigkeit den
Wunsch ganz aufzugeben erzeugt Unzufriedenheit (Wut) in ihm, die er an anderen
Rauchern ausläßt.
Der Traum weist uns nicht nur auf die Schwierigkeiten im Leben,
sondern hilft auch über die Enttäuschungen und Verzichte im Leben hinweg. Die
eigene Phantasie führt er uns dann auf andere ideale Wege und bietet dabei
phantastische Lösungen an.
All unsere Schwächen, Peinlichkeiten und Versagungen werden
dabei vergessen, wenn wir sie umdeuten, wie wir es uns wünschen.
Wunschträume entstehen aus einem Mangel, unbefriedigender
Wünsche, welche den Träumer zu sehr in Anspruch nehmen.
Entstehen Eßträume bei Hunger, ist die Befriedigung wegen
des bestehenden Energiebedarfes nicht von Dauer.
Sexuelle Träume können über längere Zeit triebstillend
wirken, wenn sie mit Körperreiz einhergehen.
Beim Wunschtraum stimme ich S. Freud zu, wenn er behauptet,
die Träume seien schlafbewahrend. Der Wunschtraum zeigt uns was wir gerne
haben, wobei er das Grübeln unterbindet und die Gedanken darum zur Ruhe kommen
läßt.
Wunschträume zeigen nicht die Quantität, sondern die
Qualität verborgener Wünsche an. Die Quantität zeigt sich in der Wiederholung
von ähnlichen oder gleichen Träumen. Es reicht nicht aus, die Wünsche zu
erkennen, die wir verfolgen, sondern auch die Widerstände, die sich uns dabei
entgegensetzen, um die Wünsche zu realisieren. Diese Widerstände sind in
Angsträumen ausfindig zu machen.
Schlafbewahrende Wunschträume bei Körperreiz sind nicht
selten anzutreffen. Hat der Träumer Hunger findet er sich am reich gedeckten
Tisch, bei Blasendrang sucht er die Toilette auf.
Einen recht beeindruckenden Wunschtraum erlebte ich selber,
als ich ermüdet, von Stechmücken umgeben, die summenden Geräusche vernahm. Ich
träumte im Dämmerschlaf: Eine Stechmückenfalle ist über meinem Bett
angebracht, welche alle Stechmücken fängt die mir zu nahe kommen.
Dank dieses Traumes hatte ich einen sehr ruhigen, erholsamen
Schlaf, wobei mich der Traum nicht vor den Stichen bewahrte. Hier handelte es
sich eindeutig um einen schlafbewahrenden Wunschtraum.
Flugträume stellen wir ebenfalls unter den Aspekt der
Wunschträume. Das, was ich im realen Leben nicht beherrsche, wird mit der
Illusion beflügelt. Daher wird der Traum fast immer als positiv empfunden.
Im Flug betrachten wir die Welt von oben, ohne sie zu
berühren. Bei Flugträumen stellt sich auch die Frage, wo wir etwas überheblich
sind.
Der Nutzen eines Wunschtraumes ist nicht immer auf Anhieb zu
erkennen. So träumte eine Frau: Ihr Mann liegt mit einer anderen Frau im
Bett.
Nach dem Erwachen war die Träumerin über ihren Mann sehr
erbost. Dieser Traum ging dem eigenen Seitensprung voraus. Der Traum gab ihr
die Rechtfertigung, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, und wenn es so nicht
ist, dann wird es so geträumt.
Übrigens, ein Traum der so selten nicht anzutreffen ist.
Ein weiterer Wunschtraum, dessen Zusammenhang wir nicht auf
Anhieb erkennen, ist folgender: Mein einziges Enkelkind ertrinkt in einem See.
Der Mann erwacht und ist darüber sehr bestürzt. Auch hier
soll man es nicht auslassen, nach dem Vorteil des Geschehens zu fragen. Nach
einem Gespräch stellte sich heraus, das Enkelkind ist der einzige verbindende
Punkt einer fraglichen Ehe. Sein größter Wunsch wäre es, diese Ehe aufzulösen.
Es steht außer Frage, der Mann wünscht nicht den Tod des
Kindes.
Der Traum verweist lediglich auf den aggressionsgeladenen
Wunsch, die Ehe beendet zu sehen.
Visionen überschreiten den Horizont unserer Vorstellung.
Wird man mit ihnen konfrontiert, wirken sie mehr irritierend als orientierend.
Visionen stehen am Ende einer bedeutenden Entwicklungsstufe.
Traumbeispiel: Es besteht ein runder Kreis in hellgrauer
Farbe. In ihm befinden sich in vier Reihen jeweils vier Achtecke ähnlich alter
Schreibmaschinentasten. Die ersten zehn Tasten sind schwarz, die weiteren sechs
Tasten haben eine goldene Farbe. Auf jeder Taste steht eine Zahl. Die letzen
goldenen Zahlen lauten 33 und 46 oder 48.
Der Traum erscheint insgesamt vier mal. Im zweiten Traum
beginnt sich die 33 wie eine Spirale trichterförmig zu drehen. Ich schlüpfe
durch die Spirale hindurch. Im dritten Traum wurde die goldene Reihe durch eine
weitere ergänzt. Im vierten Traum beginnt sich die 46 oder 48 zu drehen, und
ich schlüpfe wiederum hindurch. Danach erwache ich.
Der Traum verursachte ein sehr beruhigendes Gefühl und
machte auf den Träumer einen großen Eindruck.
Erlebnisse aus vorausgegangenen Tagen werden in den
Traumablauf mit integriert, wenn sie sich dazu eignen die aktuelle
Konfliktsituation spiegeln.
Die Gegenstände und Eindrücke stehen Symbolisch für den
bestehenden Konflikt. Für den Traum ein geeignetes Mittel das Ereignis noch
einmal zu wiederholen. In diesem Fall bleibt der Traumerreger ein psychisch
bedeutsames Erlebnis, das im Traum erneut benutzt werden kann.
Ist der Konflikt selbst Folge aus dem vorausgegangenen
Ereignis, so bleibt das nicht verarbeitete Erlebnisse weiterhin psychisch
wirksam, weshalb es nochmals aufgearbeitet wird. In diesen Träumen wird der
tatsächliche Ablauf mit anderen Motiven durchmischt, woraus die Ursache
abzuleiten ist. (s. objektive und subjektive Träume)
Kollektive Träume spiegeln die Einstellung der Masse. Je
mehr der Mensch einer Gruppendynamik unterliegt, um so weniger persönliche
Anteile sind in seinen Träumen zu finden.
Das geschehen in der Welt bleibt für den Menschen nicht ohne
Bedeutung. Die gesellschaftliche Stimmung hat mit großen Einfluß auf die
Stimmung vieler Menschen. Ihre Unselbständigkeit macht sie unfähig, sich an der
sie betreffenden Tatsache zu orientieren. Sie leiden mit den dicksten Bäuchen
an Hunger. Meinungen, Einstellungen und Haltungen sind leicht auf diese
Menschen zu übertragen. Weil der öffentliche Konflikt lebensbestimmend auf sie
wirkt, sind die Traummotive auch diesem Bereich entnommen.
Fest eingebunden in das Kollektiv ist der Träumer, wenn er
sich im Traum in einer Gruppe oder Menschenmasse wiederfindet. (siehe auch bei
Massen von Personen)
Weitere Anhaltspunkte finden sich, wenn gleiche Traummotive
bei verschiedenen Personen zur gleichen Zeit gehäuft auftreten.
Wenn wir Träume einer Betrachtung unterziehen, so müssen wir
wissen, welchen Bereich unseres Lebens der Traum in den Mittelpunkt rückt. Wir
finden beim Menschen zwei Punkte nach denen er sein Leben Ausrichtet. Einmal
richtet er sich an den realen Gegebenheiten aus, wenn z.B. ein Stein ihm den
Weg versperrt, so stellt dieser objektiv ein Hindernis für ihn dar, auf das es
zu reagieren gilt.
Verbietet es sich lediglich den Weg zu gehen, so ist das
Hindernis rein subjektiver Art, denn objektiv betrachtet steht dem nichts im
Wege.
Es ist wichtig den Traum zuerst auf der Objektstufe zu
betrachten. Beginnt man zu schnell mit der Subjektstufe, wird bei einem
bestehenden Komplex die Deutung blockiert, weil der Träumer sich mit dem Traum
nicht identifizieren will.
In subjektiven Träumen finden wir den Konflikt zwischen der
eigenen Vorstellung und den Dingen wie sie sich tatsächlich zutragen. Anders
ausgedrückt, das Bild das der Mensch besitzt, stimmt mit der Realität nicht
überein.
Objektive Träume zeigen situationsbezogen die Reaktion auf
den momentanen Erlebnisbereich. Objektive Träume sind daher leichter anzugehen,
weil eine falsche Reaktion einfacher ist sich einzugestehen, als eine falsche
Einstellung.
Entfacht sich der Konflikte in dem wir falsch auf unsere
aktuelle Umgebung reagieren, so werden Bilder aus diesem Bereich verwendet, die
reale Gegebenheiten darstellen könnten. Es wird nicht immer konkret die
aktuelle Umgebung wiedergegeben, denn die Ursache des Konflikts ist mit subjektiven
Vorstellungen durchmischt. Es ist daher wichtig, die bekannten Personen im
Traum in ihrer Bedeutung deutlich zu differenzieren. (siehe Die Traumpersonen)
Ist der Konflikt lediglich Ursache einer Moral, Einstellung
usw. so haben die Träume keinen Bezug zur Realität. Der Traum vermittelt
zwischen der eigenen Vorstellung und dem tatsächlichen Entwicklungsstand.
Die meisten Träume spiegeln den Konflikt zwischen der
eigenen Vorstellung und dem was sich tatsächlich zuträgt oder dem das sich
Ereignet und die Vorstellung die wir darüber haben. In diesen Träumen sind
sowohl reale wie unreelle Vorkommnisse vertreten. Real heißt nicht, daß es sich
so zugetragen hat, sondern sich so zutragen könnte. Wir können sehr wohl von
einer Mauer fallen wenn sie momentan im Leben eine Rolle spielt, das ist
realistisch, aber nicht die Mauer von Hand einreißen, das ist unrealistisch.
Für einen gebrechlichen Menschen währe es aber nur subjektiv möglich von einer
Mauer zu stürzen, da er objektiv auf diese nicht mehr gelangt.
Kommen beide Elemente im Traum zum Tragen, so zeigt der
Traum, wie unsere Vorstellungen mit der Realität im Einklang stehen.
Ein Gemeinderatsmitglied träumt: Ich befinde mich in
unserem Gemeindesaal. Alle Ratsmitglieder sehen aus wie Ochsen. Es kommen drei
unbekannte Frauen und misten den Saal aus.
Was ist in diesem Traum subjektiv und was objektiv?
In diesem Traum ist schön erkenntlich, wie subjektive
Eindrücke, einen bildlichen Bezug zur Realität herstellen können. Unbekannt
bleiben für den Träumer lediglich die drei Frauen.
Handelt der Traum in einem mir bekannten Umfeld, z.B. in
meiner Wohnung, die es in Wirklichkeit nicht ist, oder deren Gestaltung nicht
mit dem Wirklichen übereinstimmt, so ist der Traum subjektiv symbolisch zu
betrachten. Die Symbolwirkung ist aus dem realen Bereich zu entnehmen. Das
gleiche gilt von Personen; es ist meine Mutter, aber sie gibt sich als solche
nicht deutlich zu erkennen. Hier ist der Traumauslöser die Eigenart der Mutter,
die ich auch bei mir zu finden ist, aber selbst ist sie nicht daran beteiligt.
Ist das Umfeld bekannt, aber verschiedene Dinge oder
Personen sind unbekannt, so zeigt der Traum die eigene Vorstellung, welche von
den unbekannten Gegenständen abzuleiten ist, die das reale Umfeld beeinflussen.
Erscheinen Gegenstände realistisch, aber das Umfeld ist
unbekannt, so beeinflussen diese die Einstellung.
Unverändert im Traum bleibt das ICH. Das ICH im Traum ist
auch immer das ICH im Wachen.
Das Ich ist meine eigene erfahrbare Größe, das sich erkennt
durch Leid, Freude, Trauer, Lust, Angst usw. Das Ich kann nicht auf den Körper
übertragen werden, der Körper ist lediglich Ort der Wahrnehmung von außen.
Erfaßbar wird das Ich durch das, was auf den Körper wirkt und die daraus
resultierenden psychischen (seelischen) Vorgänge, die in das Bewußtsein
gelangen. Das Ich ist nicht fest an die Bewußtheit gebunden. Aber nur durch
Bewußtheit ist eine Beziehung zur Außen- und Innenwelt möglich.
Verändert sich das Ich im Traum, so besteht eine Beziehung zur
Bewußtheit im Wachen.
Bei fehlendem Ichbewußtsein haben wir das Erleben des
anders-seins, mit Mangel an Kritik und Verlust der objektiven Beurteilung.
Ist das Ichbewußtsein in manchen Situationen nicht besonders
ausgeprägt, erleben wir uns im Traum als außenstehend.
In Träumen, die das andeuten, ändert sich das Ich-Empfinden,
welches unscharf wird, aber selber bleibt man sich identisch. Wir werden
Betrachter unseres eigenen Handelns. Auch kann unser Handeln von anderen
Personen ausgeführt werden oder es ist für mich nicht klar erkenntlich, ob Ich
oder andere die Ausführenden sind.
Deutlich kann der Verlust des realen Ich-Erlebens auch im
Wachen werden, bei Situationen denen wir nicht gewachsen sind und nicht
entfliehen können. Dabei erfahren wir das Gefühl des Außenstehens, unfähig,
bewußt die Situation zu beeinflussen.
Personen unter Psychopharmaka beschreiben häufig das Gefühl
des Außenstehenden. Unter solchen Bedingungen stagniert die Entwicklung, weil
das Ichbewußtsein zurückfallt. Jede Psychotherapie ist bei Menschen unter
Drogen daher nutzlos.
Die Reaktion des Ich auf die vorgeführten Bilder sind nicht
die gleichen wie im Wachen, würden sie ihm auch dort in gleicher Weise
widerfahren. Im Traum besitzen die Bilder einen anderen Stellenwert. Das Ich
reagiert im Traum so auf das Traumbild, als währe ihm die Bedeutung des Symbols
bewußt. Das Ich hat im Traum nicht die Möglichkeit sich an die jeweilige
Situation bewußt anzupassen wie das im Wachen möglich ist. Im Traum unterliegen
die eigenen Triebimpulse keiner bewußten Kontrolle. Der Traum zeigt, wie das
Ich zu seiner unbewußten Seite steht.
Das Traumbild selbst ist wiederum eine Betrachtungsweise wie
das Unbewußte das Ich erlebt.
Gleiche Reaktionen kennen wir im Wachleben, bei ausgeprägten
Neurosen oder einer Phobie. Bevor diese Menschen nur annähernd Berührung ihrer
Schwachstelle empfinden, werden sie von unkontrollierbaren Emotionen gelenkt.
Der Auslösende Moment wird durch bestimmte Situationen hervorgerufen.
Wo ich nicht mehr eins bin mit mir, entstehen Traumszenen,
in denen ich als zwei Personen anwesend bin. Einmal als Zuschauer, der sein
eigenes Handeln von außerhalb betrachtet, ich, der z.B.. einen Weg entlang
läuft, und ich der andere, der das ganze beobachtet. Aufspaltungen im realen
Leben kennen wir aus dem Bereich der Schizophrenie, wo der Schizophrene sich
selber nicht mehr real erfährt, sein Handeln anderen Persönlichkeitsanteilen
überträgt und selber nur als Zuschauer fungiert. Auch im Traum wird das
handelnde Ich nicht vom eigenen Ich erlebt. Bei diesen Träumen handelt es sich
nicht um eine Psychose, sondern zeigt uns, auf welchem Lebensbereich wir keinen
Einfluß momentan besitzen.
Wie
im Wachleben, werden wir auch im Traum mit den verschiedensten Menschen konfrontiert.
Sie nehmen einen wichtigen Stellenwert ein, weshalb sie einer differenzierten
Betrachtung bedürfen.
Mit der interaktiven Einflußnahme manifestiert sich die Persönlichkeit.
Mängel und Unzulänglichkeiten versucht der Mensch erst einmal zu leugnen.
Oft ist der Mensch damit überfordert, die Realität wahrzunehmen, und
wenn es ihm gelingt, dann ist es oft eine Frage der persönlichen Stärke,
sie anzunehmen. Weil das schlechte Gewissen das Anerkennen angeblich schlechter
Eigenschaften unterbindet, überträgt der Mensch diese Eigenschaften
in aller Regel auf seine Mitmenschen. Damit wird dem Verlust eigener Persönlichkeitsanteile
entgegengewirkt und der Mensch erhält die Möglichkeit, sich schuldlos
mit seinen Schwächen weiter zu beschäftigen. Das eigene Gewissen wird
damit entlastet und jeder Beschämung, die jeder so im Alltagsleben so entsteht,
wird eine Abfuhr ermöglicht.
Es gibt 100 Dinge des Wesens. Stört uns eines als negative Eigenschaft
besonders, ist das sehr suspekt. Haben wir uns eine Traumfigur als Projektionsfläche
unseres Problems erschaffen, können wir uns damit auseinandersetzen. Wir
alle kennen Personen, welche sich ungewollt selbst beschreiben, wenn sie über
ihre Mitmenschen sprechen und genau dieses Phänomen haben wir dann auch
im Traum
Besitzt mein Gegenüber ein schwaches Ich-Bewußtsein, wird er geradezu
gezwungen, fremde Verhaltensweisen zu leben. Das ist der Grund, weshalb bei
Kindern die Störung der Eltern deutlich zu Tage tritt.
Bei einer Problematik bleiben die Eltern unauffällig, so lange das Kind
diese Symptomatik aufweist. Es ist dann ein sogenannter Symptomträger.
Aber wir wollen uns ja mit dem Traum beschäftigen.
Wo immer wir Menschen begegnen, begegnen wir auch einem Teil von uns selbst.
Schenken wir handelnden Personen Aufmerksamkeit, ist dieses Handeln bei uns
von besonderem Interesse geprägt. Nicht nur der Kinder wegen wird heutzutage
Kindersexualität so detailliert recherchiert.
Wem soll es nutzen, wer sich nicht dafür interessiert. Es ist aber zum
gewaltigen Schaden der Kinder, die davon betroffen sind. Man könnte anhand
der erwählten Bilder dem Glauben verfallen, nur attraktive Kinder würden
mißbraucht. Die Unterwäsche der Kinder in den Geschäftsregalen
ähnelt denen adretter Damen auf Brautschau. Der Voyeur voyeurt ungehindert
und schimpft dabei, um von sich abzulenken. Protest gegen andere ist eine verwendete
Alibitaktik. Z.B, wenn sich das Rettungspersonal über Gaffer beschwert
oder wenn Arbeitslose zwischen Arbeitswilligen und Drückeberger zu differenzieren
versuchen.
Auch das Traumerleben zeigt hier keinen Unterschied. Im Traum wird der unbewußte
Wunsch oder das unbewußte Verhalten erst einmal bei anderen Personen erlebt.
Die eigenen Persönlichkeitsanteile werden im Traum durch Personen vertreten,
deren Schwächen, aber auch Stärken sich mit uns gleichen. Der Traum
besitzt dabei die Möglichkeit, das, was aufgezeigt werden soll, charakteristischer
darzustellen. Nicht selten erhält das Traumbild dadurch seinen unwirklichen
Charakter.
Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Traumpersonen eine Gemeinsamkeit mit uns.
Sie vertreten bestimmte Aspekte, die es bei uns zu erkennen gilt. Die Personen
verkörpern das eigene unbewußte Verhalten oder die bestimmende Tendenz.
Treten sie in den Vordergrund, zeigen sie uns ihre bestimmende Tendenz. Aber
keine Angst, der Traum neigt zur Übertreibung, mal mehr, mal weniger, damit
das Aufgezeigte in seiner Qualität Anerkennung erfährt. Ein brisantes
Problem wird durch Traumwiederholungen deutlich gemacht. Die Quantität
entnehmen wir aus der Wiederholung gleicher Gegebenheiten vorausgegangener oder
der noch folgenden Träumen.
Fürchten wir uns vor bestimmten Personen im Traum, so kann uns deren mögliches
Handeln uns in Schwierigkeiten versetzen. Es sind dann unsere Persönlichkeitsanteile,
die diese Schwierigkeiten auslösen. Werden wir im Traum von einer Person
bedroht, so fürchten wir uns vor der eigenen Regung, die wir ihr zusprechen.
Übernimmt eine Person eine wichtige Funktion im Traum, so ist ihre Eigenschaft
bestimmend für den momentanen Ablauf in unserem Leben. Sind uns Personen
freundlich gesinnt, so geschieht dies mit unserer Zustimmung. Also wir akzeptieren
dies bei uns. Mißtrauen wir ihnen, Mißtrauen wir uns selbst. Verlassen
sie uns, so verlieren wir ihre Eigenschaft. Wenden sie sich ab, wurden sie vernachlässigt.
Die Traumpersonen lassen sich in zwei Hauptgruppen unterteilen. In bekannte
und unbekannte Personen.
Bei beiden Gruppen gibt es männliche und weibliche Personen. In ihrer Deutung
ist es entscheidend, welches Geschlecht der Träumer selber hat. Die bekannten
Personen können sowohl in einem realen wie auch in einem unrealen Bild
erscheinen oder sie werden nur wissentlich einer nicht deutlich sichtbaren Traumperson
zugeteilt.
Was jetzt erst einmal Verwirrung stiftet, entpuppt sich bei weiterer Erklärung
als einfache Schlußfolgerung
Die Eltern weisen auf die eigene Herkunft hin. Wir sind
nicht mehr und nicht weniger als sie; wir entwickeln lediglich weiter, was wir
durch sie erfahren haben.
Die Eltern und das Kind bilden einen Familienverbund. Wo
immer im Traum der Familienbund erscheint, sind wir in ihn als Kind integriert.
Findet der erwachsene Mensch im Traum sich in diesem Verbund wieder, opfert er
sein Leben für den infantilen Zustand der Unschuld und Geborgenheit.
Traum: Wir sitzen alle an einem großen Tisch. Es findet
ein großes Familientreffen statt. Ich weiß, daß eine Bombe unter dem Tisch
versteckt wurde, daher versuche ich, meine Eltern zu bewegen, den Tisch zu
verlassen.
Hier wird in einem aggressiven Akt versucht, die Familie zu
spalten, aber die Verbindung zu den Eltern soll bestehen bleiben.
Das Leben der Eltern wirkt auf unser Leben nach.
Führten die Eltern ein vorbildliches Leben, besitzen sie im
Traum weiterhin den wegweisenden Charakter.
Besteht eine unbefriedigende, schlechte Beziehung unter den
Eltern, so versuchen die Eltern, das Kind an sich zu binden.
Durch das Klammern der Eltern an das Kind übernimmt es die
Rolle des Partners, womit es hoffnungslos überfordert ist. Ein Kind, das an ein
Elternteil verpflichtet wird, entwickelt Schuldgefühle, da es der Verpflichtung
niemals gerecht werden kann, ohne sein eigenes Leben zu opfern. Diese
Verpflichtung ist dem Kind und später dem Erwachsenen nicht immer bewußt.
Lediglich das schlechte Gewissen den Eltern gegenüber weist auf die
Verpflichtung hin. Die Schuldgefühle und die Klagen der Eltern hallen in die
Träume nach. Die Initiationsriten verschiedener Völker verhindern solche
Neurosen, da das Kind durch die Übernahme in die Erwachsenenwelt mit Gewalt den
Eltern entrissen wird. Das Loslösen von den Eltern ist Grundvoraussetzung für
ein eigenständiges Leben.
Ich gehe davon aus, daß Inzestträume in diesem Zusammenhang
gesehen werden können. Diese Träume haben nichts mit Sexualität zu tun, wie es
gerne von den Freudianern in ihrer sexistischen Phantasie zurecht gebogen wird.
Bevor wir im Traum Vater und Mutter getrennt voneinander
beurteilen, müssen wir das Verhältnis betrachten, wie wir zu ihnen stehen oder
gestanden haben.
Im Positiven ist der Vater das Vorbild der Familie. Der Sohn
versucht ihm, nachzuahmen, die Tochter bewundert seine Tatkraft.
Beschreitet das Kind seinen eigenen Lebensweg der dem Vater
nicht entspricht, kommt es häufig zum Konflikt. Bei einem unbefriedigenden
Leben des Vaters versucht er, dem Kind sein eigenes Leben aufzudrängen, um es
für sein Weiterkommen zu verwenden. Protestiert das Kind gegen diesen
aufgezwungenen Weg, ohne sich von den Eltern zu lösen, beginnt es deren
Schattenseite zu leben und gilt daher als mißraten. Wird der Protest später
einmal aufgegeben ähnelt das Kind dann meist wieder den Eltern, da es seinen
eigenen individuellen Weg nicht gefunden hat.
Erscheint der Vater im Traum, so steht er im Negativen dem
Streben des Kindes im Weg, oder im Positiven übernimmt er weiter die
Vorbildfunktion.
Die Mutter ist im Positiven die führsorgende Beschützende,
auf die das Kind immer wieder zurückgreift, wenn Gefahr ihm droht.
Im Negativen ist die Mutter die alles Vernichtende, deren Hilfsbereitschaft
und Fürsorglichkeit das Kind verschlingt, so daß eigene Bedürfnisse nicht
wahrgenommen werden können.
In Kinderträumen kann so die Mutter als Ungeheuer oder Hexe
erscheinen.
Durch das ständige Abwenden von Gefahren von außen durch die
Mutter entwickelt das Kind keinen Mut. Bei fehlendem Mut greift so der Traum
auch im späteren Erwachsenenalter auf die Mutter zurück. Der Traum zeigt so die
Angst, in das Leben zu treten.
Bei der Frau ist die Mutter zusätzlich Trägerin der eigenen
Persönlichkeit, daher lehnt sich die Frau gegen die Mutter auf oder sie idealisiert die Mutter.
Bei Frauenträumen ist darauf zu achten, in wieweit bei einem
positiven oder negativen Ausgang im Traum die Mutter beteiligt ist.
Ein Warnhinweis der bereits verstorbenen Mutter, sollte
immer sehr ernst genommen werden, solange es sich nicht um den Nachhall aus der
Kindheit handelt.
Ein ungelöster Konflikt mit den Eltern kann auch nach deren
Tod im Traum zur Aussöhnung gebracht werden. Diese Träume hinterlassen einen tiefen
Eindruck. Ohne Aussöhnung mit den Eltern bleibt der Konflikt ein Leben lang
erhalten. Der Konflikt wird dann auf andere Personen übertragen, indem man es
nicht ausläßt, sie miteinander zu vergleichen.
Zu den aufgeführten Personen kommen weitere hinzu, die sich
in das bisherige Bild nicht einordnen lassen. Es handelt sich um den Narren,
wegweisende- und weise/mystische- Personen.
ist ein Mensch, der den Ernst des Lebens stört. Wenn er im
Traum erscheint, zwängt sich dem Träumer eine eigenartige Frage auf: was soll
denn das?
Wir sollen dann im Wachen nach Momenten suchen , wo die
Eigenschaft des Narren bei uns zu Tage tritt.
Übernehmen wir eine Rolle, die unserer Natur nicht
entspricht, z.B. wir sollen unvorbereitet eine bestimmte Rolle übernehmen, so
verulken wir im vorhinein die kommende Situation. Besonders ausgeprägt finden
wir das bei Kindern.
Das Gleiche ereignet sich, wenn das Maß von Ernsthaftigkeit
überstiegen wird. Der verrückte Professor ist eine typische Karikatur.
Eine legale Abfuhr erlaubt der Karneval. -
Im gleichen Verhältnis erscheint der Narr im Traum. Werden
wir mit einer Situation konfrontiert, der wir uns nicht gewachsen glauben, so
erscheint das Kind als Narr, wenn sich unser Verhalten nach außen so zu
erkennen gibt. Tragen wir eine Ernsthaftigkeit nach außen, die das sinnvolle
Maß übersteigt, so erscheint der Narr, entsprechend dem Alter.
sind meist gegengeschlechtlicher Natur. Sie stehen am Ende
einer Erkenntnis. Sie zeigen uns etwas oder wir erhalten von ihnen eine
Mitteilung. Manchen Aussagen ist in ihrer Deutlichkeit nichts hinzuzufügen und
wir sollten sie befolgen. Wegweisende Personen sind in den Traumablauf nicht
integriert, sie treten in das Traumbild hinein oder wir hören nur ihre Stimme.
Traumbeispiel: Ich komme an meinen alten Arbeitsplatz, an
dem sich Herr Genscher (damaliger Außenminister) befindet. Ich gehe auf ihn zu
und spreche ihn an, worauf er geht. Im linken Eck des Raumes steht jetzt eine
Frau und sagt: "Gehe nicht auf einen Menschen zu. Mache auf dich
aufmerksam und warte ab, ob dieser überhaupt etwas von dir will."
stehen am Anfang einer Entwicklung und verweisen auf eine geistige
Neuorientierung. Diese Menschen begleiten uns ein Stück auf unserem Weg, weisen
auf etwas hin oder zeigen einen unbekannten Ort. Der Traum besitzt symbolischen
Charakter.
Traum einer bescheidenen Frau: Mit meinen Kolleginnen
(Näherinnen) stehe ich an einem Fluß mit klarem Wasser. Wir heben unsere Röcke
und versuchen an das andere Ufer zu gelangen. In der Mitte des Flusses steht
uns ein würdiger Mann mit Bart und altem gepflegtem Gewand gegenüber. Er zieht
eine meiner Nadeln aus meiner Bluse und streicht sich die Nadel rechts und
links durch seinen Bart, wonach er sie mir wieder ansteckt.
Nach dem Traum folgte eine Karriere, welche die Frau als
eine der besten Näherinnen auszeichnete und über ihr Heimatland hinaus bekannt
machte.
Traum einer Frau, die mit selbstopfernder Hilfsbereitschaft
versucht Anerkennung zu erlangen: Es erscheint mir eine Gestalt von großer
Energie. Ich glaube es ist Gott. Er spricht mit gewaltigen Worten zu mir:"
Ich habe dich bisher geführt, aber weiter gehe ich nicht mit dir. Du hast den
freien Willen erhalten, damit du das, was du jetzt tust, selbst
entscheidest."
Traum eines eingebildeten und überheblichen Mannes: Ein
würdiger Mann in altem Gewand kommt auf mich zu und prophezeit mir große
Fähigkeiten. Trotz seiner Würde, hat er auch etwas junges Dynamisches.
Sozusagen Ähnlichkeiten mit dem Träumer.
Wie alles im Leben haben auch mystische Personen im Traum
einen doppelten Aspekt. Geht von diesen Personen eine Anziehung aus, so sind
sie mit Vorsicht zu betrachten. Unsere Märchen bieten einige Geschichten, in
denen der Auftrag des Lebens verloren geht. Sie ziehen uns in den Bann und
unterbrechen damit unser Leben. Durch ihre Anziehung kehrt der Mensch sich von
seinem Leben ab, wodurch seine Entwicklung stagniert. Die vielen Sekten sind
ein leuchtendes Beispiel.
Sind die einzelnen Charakterzüge der mystischen Person zu
beschreiben, so handelt es sich um eine Projektion.
Göttliche Personen werden ehrfurchtsvoll gefürchtet. Einer
Begegnung weichen wir eher aus, weil durch ihre Anwesenheit uns unsere Sünden
so deutlich erscheinen.
In allen Träumen darf der auffordernde Hinweis niemals
wörtlich genommen werden, wenn er die guten Sitten verläßt.
Bestimmte Entwicklungen bedürfen der Führung. Werden wir im
Traum begleitet, so nehmen wir eine unbekannte Person, meist schräg hinter uns
wahr. Geschlechtlich sind sie meist nicht zu bestimmen oder sie sind bei Frauen
männlicher und bei Männern weiblicher Natur. Diese Personen sind selten in
ihrer Gestalt zu erkennen, doch können sie mit uns verbal in Kontakt stehen.
Lediglich das Wissen darum nehmen wir beim Erwachen mit.
Übernimmt eine Person eine wichtige Stütze im Leben, so kann auch diese im
Traum als Wegbegleiter erscheinen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person
bereits verstorben ist. Die Sicherheit, die von einer bekannten Person ausgehen
kann, bleibt über deren Tod hinaus erhalten. Begleitende Personen sind nicht in
die Traumhandlung integriert. Die bekannte wie die unbekannte Person können
auch gemeinsam im Traum erscheinen. Diese Träume vermitteln eine Sicherheit, im
Leben nicht allein zu stehen. Ziel des Menschen muß es sein, ein eigenständiges
Leben zu beschreiten. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn über längere Zeit
bekannte Personen im Traum uns begleiten.
Träume mit unbekannten Wegbegleitern stammen aus der
Tiefschlafphase. Der Glaube an einen Schutzengel dürfte mit den begleitenden
Personen im Traum im Zusammenhang stehen.
Die einzelne Person steht für sich. Sie beinhaltet je nach
Geschlecht und Bekanntheitsgrad die uns bereits bekannte Rolle.
Zwei und mehr Personen einer gleichen Gruppe, in welcher
Übersichtlichkeit besteht oder deren Zahl sich zu erkennen gibt, stehen für die
Quantität in ihrer Bedeutung.
Im Traum wie im Wachen gilt das Mehrheitsrecht.
Traumbeispiel: Ich gehe einen Weg entlang und begegne
mehreren Reitern. Ich sage, daß sie mir folgen sollen.
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Erscheinen im Traum viele Personen, so sind sie als die Anderen
zu werten. Bei vielen Personen erkennen wir, ob wir mit der Masse im Gleichklang
oder im Widerspruch stehen; ob wir mit unserem Problem allein sind oder
es auch andere gibt, die das gleiche Schicksal mit uns teilen.
Traumbeispiel: Ich fahre mit dem Zug. Bevor wir in den
Bahnhof einfahren öffnet sich die Tür und die Mitreisenden werfen mich
hinaus. |
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In der Masse löscht sich der Einzelne aus, indem seine Individualität verloren geht. Gedanken und Meinungen werden übertragen. Wenn wir uns integrieren, können wir dem Einfluß nicht entgehen, weil das Gefühl der Gemeinschaft überwiegt. Dem Ergebnis dieser Träume ist zu entnehmen, inwieweit wir uns in das allgemeine Geschehen integrieren oder von ihm distanzieren sollen. |
Traumbeispiel: Unmengen von Menschen drängen sich um ein
Bassin. Eine Frau sagt;" es lebt ein Krokodil im Wasser, das sich
zeitweise einen Menschen holt". Ich denke: es sind so viele, mich wird es
nicht treffen.
Die Masse repräsentiert hier das kollektive Bewußtsein, in
das sich der Träumer integriert.
|
Wenn es auch auf Anhieb nicht plausibel erscheinen will,
so gilt für Traumtiere das Gleiche wie für die Traumpersonen, sie sind auf
uns zu übertragen. So wie der Traum menschliche Eigenarten auf Menschen
überträgt, so erscheinen tierische Regungen bei Tieren. Sie haben keine
kontrollierte Bewußtheit wie der Mensch, denn sie sind ihren animalischen
Eigenarten und Trieben unterworfen. Tiere spiegeln daher keine Persönlichkeitsanteile, sondern
ihre charakteristische Triebnatur. Auf den Menschen übertragen, sind sie als Minderwertigkeit
zu betrachten wenn ihre Eigenart nicht Bewußt gelebt wird. Die Instinktnatur des Tieres ist wesentlich stärker ausgeprägt als bei uns Menschen, daher sind uns Tiere in bestimmten Situationen überlegen. Erscheinen sie im Traum, ist zu erforschen, wo die Natur des Tieres uns nützlich sein könnte. |
In der Mythologie werden immer wieder Tiere aufgeführt, die
es zu bezwingen gilt. Einen wichtigen Stellenwert nehmen ein, der Löwe, der
Stier und das Pferd.
Meist werden die Tiere in der Traumanalyse auf die sexuelle
Triebnatur beschränkt, aber entscheiden sie selbst. Stellen sie sich vor; durch
eine Glasscheibe von ihnen getrennt, steht ein Löwe. Wo ist da Sexualität? Was
entsteht ist ein bestimmter Eindruck, der von dem Tier ausgeht. Diesen Eindruck
müssen sie mit Bewußtheit füllen und für sich in Anspruch nehmen. Wird die
Energie des Tieres nicht mit Bewußtheit erfüllt, so kommt es dem Entfernen der
Glasscheibe gleich.
Diese Triebansprüche machen dem Menschen berechtigte Angst,
da die Gefahr besteht, ihrer Energie ausgeliefert zu sein. Die Triebansprüche
müssen zu hohen, ethisch-moralisch, menschlichen Eigenschaften überführt
werden, ansonsten wirken sie vernichtend auf das weitere Leben.
Wir haben zwar die Möglichkeit uns in den Zustand des Tieres
zu versetzen, die mangelnde Bewußtheit des Tieres verhindert aber, das Gefühlte
deutlich in Worte zu fassen.
Nicht selten treffen wir Kinder, die versuchen im Spiel die
Rolle eines Tieres zu demonstrieren.
Bevorzugt im kindlichen Alter, haben die Triebe noch
animalische Qualität, daher erscheinen Träume mit bedrohlichen Tieren
hauptsächlich bei Kindern.
Verweigern wir das Anerkennen animalischer Regungen über
einen normalen Entwicklungsschritt hinaus, so fühlen wir uns von ihnen bedroht.
Was passiert, wenn ein Tier wie ein Mensch seiner Freiheit
beraubt wird? Sie werden böse, um für ihr Überleben zu Kämpfen.
Wir werden von Tieren verfolgt, wenn wir sie mißachten.
Sie bedrohen uns, wenn sie in unser Bewußtsein steigen,
deren Anerkennung wir verweigern.
Sind sie uns Freund, so gilt es ihre Eigenart zu nutzen.
Dazu bedarf es aber der Herrschaft über sie.
Sie werden gefährlich wenn wir ihnen schmeicheln, denn sie
müssen von uns bezwungen werden.
Bei den Tieren im Traum ist der Entwicklungstand der
Bewußtheit zu berücksichtigen.
Je niederer das Tier, um so weniger ist die Bedeutung für
uns zu erkennen, da mit dem Entwicklungsstand auch die Bewußtheit schwindet.
Kaltblütige Tieren z.B., nehmen keine Beziehung zu ihrer
Außenwelt auf. Sie verkörpern Urinstinkte und können daher nicht gedeutet
werden. Sie finden sich in Träumen am Anfang einer Entwicklung.
Wo höhere Tiere erscheinen, muß der Mensch sich mit ihnen
identifizieren und sie zum Menschsein überführen.
Traum: Ich werde von einem Löwen verfolgt.
Hier handelt es sich um einen typischen Traum junger Männer,
die ihre eigene Macht nicht wahr nehmen, um sich vor ihrer Umgebung zu
schützen.
Beispiele verschiedener Tiere:
Affe Karikatur
des Menschen.
Löwe Mut und
Machtanspruch an uns selbst.
Stier Träger der
Lebenskraft.
Pferd Träger der
Lebensenergie.
Adler Imperialer
Machtanspruch, Herrscher der Lüfte.
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|
Mit einem gewissen Einfühlungsvermögen ist es möglich, den
Stellenwert höherer Tiere auf das eigene Leben zu übertragen. Was die Pflanzen betrifft, so ist ein Vergleich zu unserem
Leben weitaus schwieriger herzustellen, aber ein Zusammenhang besteht
dennoch. Der Mensch wird in seiner Eigenart nicht nur mit dem Tier verglichen,
sondern dieser Vergleich besteht auch mit der Pflanze. Wir kennen verschiedene Ausdrucksformen wie: sie welkt
dahin, empfindlich wie eine Mimose, der Baum des Lebens, steht wie eine
Eiche, schön wie eine Blume usw. Im medizinischen Sprachgebrauch finden wir den
vergleichenden Ausdruck mit der Pflanze wieder. Wir sprechen von vegetativer
Labilität oder Stabilität. (Vegetativ heißt pflanzlich). Der Ausdruck findet dann Verwendung, wenn die Verfassung
ein bestimmtes Erscheinungsbild hinterläßt, das sinnverwandt der Pflanze
gegenübergestellt werden kann. Das vegetative System des Menschen ist ein
Lebenssystem, das den gesamten Ablauf im Körper reguliert, ohne dem Einfluß
des Willens und der Bewußtheit unterworfen zu sein. |
Ein gesundes Wachstum untersteht den Bedingungen von
Standort und Einfluß. Bei einer Zimmerpflanze sind uns diese Voraussetzungen
bekannt. Die gleichen Bedingungen gelten auch für den Menschen. Daher gesunden
viele Menschen, wenn sie ihren Alltag verlassen oder sich den belastenden
Einflüssen entziehen. Wer im vorhinein keinen gesunden Untergrund besitzt und
keine Möglichkeit der Entwicklung
erhält, vegetiert in seinem Leben dahin.
Beliebtes Symbol im Traum ist der Baum, er spiegelt die
gesamte unbewußte Vitalität des Träumers wider. Der Wald bildet eine
undurchschaubare Einheit dieses unbewußten Systems. Daher beginnen Märchen
häufig im Wald.
Niedere Tiere, wie Käfer und Ameisen, besitzen einen
Zusammenhang zum Nervensystem, welches sich ebenfalls der Bewußtheit entzieht.
Nervosität und mangelnde Vitalität treten unserem Umfeld
sichtbar entgegen, manches mal ohne von uns selbst erkannt zu werden. Wer
diesen Zustand für sich nicht registriert und darauf reagiert, erfährt diesen
Zustand mit der Zeit in der Bedrohung seiner Gesundheit.
Der Mensch ist nicht krank, weil er Beschwerden hat, sondern
weil die Lage, in der er sich befindet, krankheitsverursachend ist. Wer das
ignoriert, hat unter einer Symptom-Therapie den gleichen Erfolg, als wenn er
sich im Bett herumwirft.
Die Grundelemente stellen den ganzen Bereich der
außermenschlichen Welt in ihrem spendenden wie zerstörenden Wesen dar. Sie
bedeuten die Gesamtheit des Lebensprozesses in seiner ständigen Bewegung. Sie
sind unentbehrlich und nützlich, wenn sie den menschlichen Bedürfnissen dienen;
aber genauso sind sie blindwütend und zerstörend, wenn sie außer Kontrolle
geraten.
Die einzelnen Elemente stehen erst dann für uns in
symbolischer Bedeutung, wenn sie auch einen entsprechenden Stellenwert im Traum
einnehmen. Ohne die Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft, wäre kein Leben
möglich. Die vier Elemente befinden sich außerhalb unseres persönlichen
Erlebens, sie können daher nur einer Betrachtung unterzogen werden.
Im ersten Buch Mooses lesen wir dazu, verkürzt wiedergegeben:
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und leer und Finsternis
lag über der Urflut und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Da schuf
Gott das Licht und trennte es von Finsternis. Dann sagte Gott: "Es
entstehe ein festes Gewölbe inmitten von Wassern und bildet eine Scheidewand
von Erde und Wasser." Als Gott die Erde machte und den Himmel, da gab es
noch keinen Steppenstrauch auf Erden, denn Gott mußte noch regnen lassen auf
Erden. Dann bildete Gott den Menschen aus dem Staub der Ackerscholle und blies
in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu einem lebendigen
Wesen.
Auf den Traum übertragen, repräsentieren die vier Elemente
das Unbewußte, welches war, bevor das ICH hervortrat. Die Elemente befinden
sich in einer stetigen, nicht vorhersehbaren Bewegung. Sie repräsentieren die
Dynamik, mit der das Unbewußte auf uns wirkt. Die Indische Philosophie kennt
noch ein Fünftes Element, den Raum, als den Geist Gottes. Die Dynamik, mit der
das Unbewußte auf unser Ich-Bewußtsein wirkt, ist außerhalb unserer
Einflußnahme. Wir können die Energien nutzen, müssen Flauten überstehen oder
uns vor ihrer zerstörenden Eigenschaft schützen. Gehäuftes Auftreten
drastischer Träume, in denen die Elemente außerhalb jeglicher Kontrolle
geraten, weist auf fundamentale Störung zur Umwelt und zeigt die bestehende
Isolation zu ihr. Handelt es sich um eine neurotische Person, kann über den
Traum ohne weiteres gesprochen werden. Besteht jedoch eine latente Psychose,
muß das Sprechen über Träume sofort unterbunden und alles unternommen werden,
damit der Träumer sein Ich stabilisiert. Auf jeden fall ist jegliche
tiefenpsychologische Behandlung einzustellen und der Betreffende einer
natürlichen und reizarmen Umgebung zuzuführen.
Die Erde repräsentiert die Bühne des Lebens, sie ist der
Ort, auf dem ich mich als Mensch befinde.
Als Muttersymbol ist sie die, aus der alles entsteht, um
später wieder in sie einzukehren.
Träume von Erde stehen in Beziehung zur Einstellung und
Entwicklung des Lebens.
Wer den Boden bestellt, läßt neues Leben sprießen.
Wer in sie eingeht, Höhlenträume, kehrt in sich selber ein.
Diese Träume zeigen die Möglichkeit einer neuen Einstellung.
Geraten alte Einstellungen ins Wanken, bebt die Erde.
Verlassen wir die Erde und fühlen uns außerhalb von ihr, so
haben wir den Bezug zum Leben verloren. Bei solchen Träumen ist psychologische
Hilfe dringend angeraten.
Dann bildete Gott den Menschen aus dem Staub der
Ackerscholle und blies in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu
einem lebendigen Wesen.
Die Luft erfüllt die Dinge mit Geist.
Träume mit Luftbewegung treten meist nach einem längeren
Entwicklungs-Stillstand auf. Bei Sturm belebt das Unbewußte das Ich-Bewußtsein
über das erträgliche Maß hinaus. Sturm-Träume gehen meist mit Affekt-Ausbruch
einher. Geht der Träumer dabei selbst in Deckung, so muß er sich vor seinen
eigenen Emotionen schützen.
Eine Frau, welche sich vor lauter Anschuldigungen
(Projektionen) gegen ihre Nachbarn bald überschlug, träumte in der folgenden
Nacht: Ein schwerer Sturm bedroht ihr Haus und sie muß alle Vorkehrungen
treffen, um es zu schützen. Das Haus war aus Glas.
Ein nicht seltener Traum nach einer depressiven Phase ist
folgender: Ich stehe an einem See. Da kommt ein leichter Windhauch und das
Wasser beginnt sich zu kräuseln
Wir unterscheiden zwischen Licht- und Feuerträumen. Beide
stehen in direkter Beziehung, da eine Flamme gleichzeitig auch Licht erzeugt.
Eine weitere Folge von Feuer ist die daraus entstehende Wärme. Die elementare
Begegnung mit Feuer erweckt besonders dann unsere Aufmerksamkeit, wenn die
direkte Einwirkung der Flamme schmerzhafte Folgen für uns haben kann. Feuer
entsteht nur dort, wo sich etwas entzünden kann. Heiß ist das Feuer wo es
vernichtet, ansonsten rückt die Wärmeerzeugung und das Licht in den
Vordergrund.
Im Dunkeln bleiben uns die Dinge verborgen, daher offenbaren
sie sich uns im Licht. Im Traum muß es sich nicht um eine übliche Leuchtquelle
handeln, sondern das Licht kann auch von Personen oder anderen Gegenstände
ausgehen.
Ein Beispiel kennen wir aus dem Buch Mose, in dem sich Gott
in einem brennenden Rosenstrauch offenbart, ohne ihn zu verbrennen. Bedeutend
ist hier die nicht vernichtende Eigenschaft des Feuers.
Ist die Leuchtintensität sehr intensiv, so verhindert die
ausstrahlende Energie das Erkennen der eigentlichen Lichtquelle. Als
entgegengesetzter Aspekt dürfte die Finsternis gelten. In der Deutung ist zu
berücksichtigen, von was oder wem die Lichtquelle ausgeht. Intensive
Lichtträume erzeugen meist Ehrfurcht, während ein unkontrolliertes Feuer durch
seinen vernichtenden Aspekt Angst erzeugt.
Reicht es bei intensivem Lichteinfall, die Augen hinter den
Händen zu verbergen, so reicht eine so einfache Maßnahme bei Feuer nicht aus.
Feuer unterzieht die Dinge einer Wandlung und verändert damit die
Ausgangssituation.
Wird uns durch das
Feuer etwas offenbart oder tritt aus dem Feuer etwas hervor, so handelt es sich
um eine geistige Geburt. Eine geistige Geburt daher, weil unsere Kultur das
Feuer mit dem Geist in Beziehung stellt.
Wird etwas verbrannt, so wird durch die Wandlung das Alte
aufgelöst. Verbrennt der Körper, so erfährt der Mensch eine Reinigung, da nur
die Materie verbrennt. Die Verbrennungsrückstände - auch Rauch - sind zu
berücksichtigen.
Obwohl Feuerträume meist Angst erzeugen, müssen sie keinen
negativen Aspekt besitzen. Der leichtsinnige Umgang mit Feuer ist zu
überdenken. Dient das Feuer als Licht oder Wärmequelle, ist es positiv zu
bewerten, solange kein negativer Aspekt damit verbunden ist.
Die Bedeutung von Licht und Feuer ist aus dem
Traumzusammenhang zu entnehmen.
Traumbeispiele:
Ich befinde mich mitten in einem Haus und alles steht in
hellen Flammen. Ich habe Angst, denn es gibt kein Entkommen. Was mich
wundert ist, daß kein Rauch entsteht.
Von weitem sehe ich, wie unser Haus brennt. Eigentlich gibt
es kein Feuer sondern nur Rauch.
Mitten auf einem langen Tisch steht eine Kerze. Als das
Wachs überläuft, entwickelt sich ein Lauffeuer, das am Ende des Tisches
erlöscht.
Der erste Traum ereignete sich zwei Tage vor dem Tod des
Träumers. Der nahende Tod wird in der Regel nicht durch Feuer offenbart. Das
Bemerkenswerte ist die Ausweglosigkeit und die rückstandslose Verbrennung, die
in den Vordergrund rückt.
Der zweite Traum stammt von einer Träumerin, deren häusliche
Gemeinschaft in Frage steht, die aber ohnmächtig ist, gezielt darauf
einzuwirken.
Der letzte Traum war der Beginn eines positiven Wandels bei
einer älteren Frau am Ende einer schweren Krise.
Alle drei Träume ängstigten die Träumer sehr.
Wasser ist das Symbol des lebendigen, des seelischen Wesens.
Eine Übereinstimmung finden wir mit dem Wort Seele und See. Unter Seele im
religiösen Sinn wird etwas anderes verstanden als in der Auslegung der
Psychologie.
Wir betrachten die Seele aus psychologischer Sicht als die
emotionale Gefühlsbewegung, die den Leib belebt. Wasserträume stehen im
allgemeinen, wenn keine andere Verknüpfung hergestellt werden kann, in
Verbindung mit gelebten und ungelebten Emotionen.
Als Gott die Erde machte und den Himmel, da gab es noch
keinen Steppenstrauch auf Erden, denn Gott mußte noch regnen lassen auf Erden.
Hier wird verdeutlicht, wie das Element Wasser die
Voraussetzung alles Lebendigen ist.
Je nach Seelenzustand erscheint das Wasser dann in
unterschiedlicher Qualität.
und Lebensform. Die Quelle für das Lebenswasser, der Fluß
für das fließende Leben.
Traum: Ich laufe ein Flußbett entlang, in dem sich nur
noch Wasserpfützen befinden. Die meisten Fische darin sind bereits gestorben,
weil kein frisches Wasser zufließt. Als ich im Quellgebiet des Flusses ankomme,
beginnt es zu regnen.
Steigt etwas aus dem Wasser heraus, so wird etwas aus der Taufe
gehoben. Die Taufe als Symbol des Neuanfangs.
Traumbeispiel: Ich laufe mit meiner Mutter an einem See
entlang. Es taucht eine Frau aus dem Wasser auf und kommt nackt zu uns auf den
Weg, um sich abzutrocknen. Auf den Traum folgte eine neue Partnerbeziehung,
die bis dato ausgeschlossen war. Das Steigen aus dem Wasser als Zeichen eines
Neuanfangs menschlicher Regungen.
Befindet sich das Wasser an seinem Platz oder beginnt es
(Emotionen) überzutreten.
Brechen unbewußte Emotionen in das Bewußtsein ein, entsteht
eine Flut.
Bewegen wir uns unter Wasser, so entfliehen wir der
rationalen Welt und flüchten in die Welt innerseelischer Zustände.
Überwinden wir Wasser, so gelangen wir von einem
Seins-Bereich in den anderen.
Ein Traum
muß grundsätzlich vorbehaltlos angenommen werden, da man zu Anfang nicht wissen
kann was er bedeutet. Nichts ist schädlicher in der Analyse, als ein vermuteter
Traumsinn zu Beginn der Deutung. Wir kennen weder die Bedeutung des Traums,
noch wissen wir in welchem Zusammenhang im Leben er steht.
Damit
ein Traum begutachtet werden kann, wird er gleich nach dem Aufwachen schriftlich
festgehalten, damit so wenig als möglich von seinem Inhalt verloren geht. Dabei
berücksichtigen wir möglichst alle Begleitumstände die der Traum während seines
Ablaufes hinterlassen hat. Der Traum vermittelt nicht nur bildliche Vorstellungen,
sondern er hinterläßt auch Eindrücke wie Freude, Trauer, Angst, Stimmung, Gefühle,
Gedanken, usw. All diese Eindrücke halten wir mit, in unserer Aufzeichnung fest.
Beispiel:
"Ich
geht in eine Höhle, in welcher sich lauter Frauen an Tischen versammelt haben.
Dieses Bild ist von einer eigenartigen Atmosphäre überlagert, in der ich mich
nicht sehr wohl fühle. Ich weiß, die Frauen sind nicht echt. Wir, ein unbekannter
Begleiter und ich, unterhalten uns mit ihnen. Während dessen wandelt sich das
Bild der Frauen immer mehr in das Unechte."
Nach
dem Erwachen hinterläst ein solcher Traum erst einmal einen unverständlichen
und verwirrenden Eindruck. Das liegt daran, weil die unverständlichen Bilder
und Ereignisse augenfälliger sind und unsere Aufmerksamkeit mehr erregen als
die Alltäglichen und Selbstverständlichen. Das darf uns aber nicht davon abhalten,
den Traum schrittweise zu betrachten und ihn nicht als zu kompliziert abzutun.
Der
Übersicht wegen teilen wir den Traum zuerst in seine einzelnen Abschnitte auf,
wobei wir jeglichen Deutungsversuch im Vorfeld unterlassen.
Aus
dem Traum entnehmen wir als
1.
die Ausgangslage.
Sie
nennt den Ort, die Zeit, so wie die handelnden Personen.
Beispiel:
"Ich bin im Zimmer meiner Eltern, Fritz und Anette sind auch da. Ich bin
Erwachsen, aber das ganze spielt in früherer Zeit."
2.
Danach betrachten wir die Situation der Entwicklung, mit dem Problem das sich
im laufe des Traumes stellt, wie den unterschiedlichen Szenen und Ereignissen.
"Fritz
und Anette bekommen Streit, da kommen meine Eltern in das Zimmer und sorgen
wieder für Ordnung."
3.
Als letztes folgt das Ergebnis, das Resultat, welches aus dem Traum zu entnehmen
ist.
"Ich
bin froh, der Streit ist beendet und ich suche nach Fritz."
Enthält
ein Traum in sich mehrere Abschnitte, das heißt, in einer Traumphase entstehen
mehrere Abhandlungen, so teilen wir die einzelnen Abschnitte in gleicher Vorgehensweise
auf.
Mit
diesem Vorgehen können wir bereits folgendes feststellen:
1.)
Die Ausgangslage, welche die erste Erinnerung an den Traum enthält. Sie zeigt
den Ort, die Zeit und die Personen oder Persönlichkeitsanteile, mit welchen
wir es zu tun haben.
Der Ort zeigt an, welcher Lebensbereich betroffen
ist. In der Öffentlichkeit, im persönlichen Umfeld, mit sich alleine. Das Umfeld
vertraut oder unbekannt.
Die Zeit umschreibt die Zeit, in der sich
der Träumer in seiner Vorstellung befinde, oder in seinem Wesen verweile. Hier
und jetzt, zurückversetzt in die Vergangenheit, oder in die
Zukunft.
Die einzelnen Personen zeigen in der Regel
das unterschiedliche Verhalten, welches den Konflikt verursacht, oder zur Lösung
führt. (Siehe Traumpersonen)
2.)
Zur Entwicklung, der eigentlichen Bewegung im Traum, stellen wir die Frage:
Um was geht es eigentlich im Traum? Was gibt es zu erkennen oder zu bewältigen?
Was
verändert sich im Traum, welche Ereignisse treten unverhofft oder in Voraussicht
auf?
Welche
Personen sind aktiv und welche passiv vertreten und wer bestimmt den Ablauf
im Traum?
3.)
Am Ende eines Traumes steht ein Resultat, das aus dem Ablauf hervorgeht. Wichtig
zu beachten, das eigene Handeln, welches das Resultat beeinflußt. Das Ergebnis
eines Traumablaufs können auch Gedanken oder Emotionen sein, wie Angst und Trauer.
Zeigt
der Traum keinen Ausgang, ist die Prognose schlecht, da der Träumer selber keinen
Einfluß auf sein Leben ausüben.
Nicht
in jedem Traum sind alle aufgeführten Strukturen deutlich zu erkennen. Der Traum
kann sich auch auf die Ausgangslage beschränken, wenn es darum geht diese erkenntlich
zu machen. Erscheinen alle 3 Phasen in einem Traum, dann diese immer in einer
sinnvollen Reihenfolge. Auf Grund dieser Reihenfolge besteht die Möglichkeit,
Hypothesen aus der Interpretation abzuleiten, betreffend des momentanen Lebens.
Ein
sehr langer Traum teilen wir in seine wiederkehrenden Abschnitte ein. In sehr
langen Träumen wiederholen sich Ausgangslage, Entwicklung und Resultat das daraus
hervor geht. Der ganze Traum zeigt uns dann das gleiche Problem, mit jedem Abschnitt
von neuem, nur aus einer anderen Betrachtungsweise.
Etwas
anders liegt der Fall, wenn das Bedürfnis besteht, zwei unzusammenhängende Träume
die innerhalb einer Nacht geträumt wurden, aufeinanderfolgend zu erzählen. Hier
zeigt der erste Traum den Ursprung des Konflikts, während im zweiten Traum deren
aktuelle Folge behandelt wird.
Haben
wir uns die oberen 3 Punkte vergegenwärtigt, richten wir unsere Aufmerksamkeit
auf das Verhalten des Träumers (Ich-Verhalten) im Traum.
1.
Ist der Träumer aktiv oder passiv im Traum beteiligt?
Das
Ich-Verhalten zeigt uns, wie der Träumer mit seinem Leben verfährt.
Aktives
handeln im Traum, weist auf wissentliche Einflußnahme am Leben.
Passives
erleben, das heißt, andere Personen übernehmen die Handlung, weist auf die geringe
Einflußnahme auf die eigene Situation. Reagiert der Träumer passiv auf die Ereignisse
im Traum, so ist er im Wachen von Emotionen und Schicksalsschlägen abhängig.
Man läßt leben anstelle selbst zu leben. Es findet kein eigenes Leben statt.
2.
Geht der Träumer auf das Geschehen zu, oder entzieht er sich dem Traumereignis?
Hingehen
heißt sich konfrontieren, weggehen, aus dem Wege gehen, heißt etwas Vernachlässigen.
Dagegen gehen, sich erwehren, sind Eigenschaften die noch nicht akzeptiert werden.
Eigenschaften
die der Träumer noch nicht akzeptieren will, sich ihm aber aufdrängen, denen
setzt er sich mit Gewalt zur Wehr oder er wird von etwas verfolgt das er nicht
abschütteln kann.
Es
ist noch folgendes anzumerken. Das ICH das den Traum erlebt, unterscheidet sich
nicht vom ICH im Wachen, nur die handelnden Personen, Tiere und Gegenstände
sind Symbolisch zu betrachten. Das ICH im Traum reagiert so auf die Symbole,
als seien sie gedeutet. Das ist folgendermaßen zu verstehen: Begeht der Träumer
im Traum einen Mord, so ist das Ich auch im Wachen dazu bereit, sich mit aller
Härte zu verteidigen. Das ist allerdings nur als Reaktion vom Ich zu deuten,
auf die anstehende Konfrontation. Der Träumer würde deswegen keinen Mord im
Wachen begehen, denn der Mord wie der Gemordete hat symbolische Funktion. Der
Träumer begegnet mit aller Härte der Möglichkeit, die Projektion anzuerkennen.
Moralische Bedenken entstehen erst dann im Traum, wenn das Handeln gegen die
eigene Moral verstößt, das ICH bereits darüber weis, solche Projektionen anzuerkennen,
anstelle auszulöschen. Entstehen moralische Bedenken erst nach dem Erwachen,
so wird symbolisches Handeln als reales Handeln fehlgedeutet.
Wollen
wir den Traum in Verbindung zum wachen Leben bringen, beantworten wir folgende
Fragen, deren Antwort wir vergleichend, auf das aktuelle Leben beziehen.
Das
heißt, wo findet sich die aufgeführte Traumstruktur im Wachen wieder.
1.)
Was bewirkt das Traum-Ich?
Der
Einfluß mit dem das Ich auf den Traum wirkt, verweist auf das eigene Wirken
im Wachen.
2.)
Was bewirken die Anderen, das auch auf den Träumer zutreffen könnte, oder sollte?
Persönlichkeitsanteile
die nicht als eigen betrachtet werden, haben so lange unkontrollierten Einfluß
auf das Leben, oder können nur dann genutzt werden, bis sie integriert werden.
3.) Handeln
die Träume überwiegend von bekannten oder unbekannten Personen?
Bei überwiegend
bekannten Personen verweilt der Träumer in seinen Projektionen, anstelle sich
etwas selber einzugestehen. Bei überwiegend unbekannten Personen, findet er
noch keinen Zugang zu den entsprechenden Persönlichkeitsanteilen.
3.) Wer
gibt eine Hilfestellung, oder was behindert den positiven Traumschluß?
Auf wen
oder was könnte das im realen Leben übertragen werden? Oder was müßte sich der
Träumer aneignen?
4.)
Wie ist die soziale Situation?
Bestimmte
Verhaltens- oder Lebensweisen müssen nicht sozialen Normen entsprechen.
Wie
Realitätsnah gestaltet sich die Handlung?
Die
Realitätsnähe ist einzuschätzen, um zu sehen wie realitätsnah, oder fern unser
Traum und daher unsere wachen Gedanken sich gestalten.
Bestehen
abstruse Handlungen, handelt der Träumer nicht aus einer bestimmten Absicht
heraus. Unverständliches Handeln entsteht aus Reaktionszwang ohne Ziel.
Ist
der Ablauf konfus, fehlt der Über- und Durchblick. In wirren Abläufen ist das
Ich in den Ablauf zu sehr eingebunden und verliert damit die nötige Übersicht.
Ist
der Träumer alleine im Traumgeschehen, oder erleben andere Personen das gleiche
mit?
Sind
mehrere Menschen vom Geschehen betroffen, so stehe der Träumer mit seinem zu
bewältigenden Problem nicht alleine, es handelt sich somit um ein kollektives
Problem, das ein jeder zu bewältigen hat.
Handelt
der Traum in der Öffentlichkeit oder im privaten Bereich?
In
der Öffentlichkeit nehmen auch die anderen davon Notiz, in den eigenen vier
Wänden bin ich der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Ändert
sich etwas im Traum aktiv oder passiv, sterben oder töten.
Was
verändert sich in meinem Leben von selbst oder was ist Ursache oder währe Folge
meines Handelns.
Erhalte
ich Mitteilungen von anderen?
Welcher
Inhalt besitzt die Information, handelt es sich um eine Warnung, oder einen
Hinweis, den ich befolgen sollte.
Bestehen
Blockaden im Traum, oder kann etwas nicht erreicht werden?
Werden
im Wachen Wünsche abgewiesen so geschieht dies aus einer Hemmung heraus die
unser weiterkommen erschwert. Solche gehemmte Situationen zeigen sich im Traum
im verpaßten von Zügen. Irgend wo nicht mitkommen, oder zumindest nur erschwert.
Im realen Leben äußert sich das in Hemmungen des aktiven Zugreifens. Sich nicht
frei bewegen können, oder bestimmte Möglichkeiten zu versäumen weil der Mut
dazu fehlt.
Haben
wir die Möglichkeit im Traum bestehende Probleme zu bewältigen?
Am
deutlichsten ist der Traum zu beurteilen wenn ein Ereignis voraus gegangen ist,
oder momentan besteht. Aus dem Traum ist dann zu entnehmen, wie der Träumer
aus der Situation hervorgehen könnte, oder wie er sich darauf vorbereiten müßte
und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Bei einem schlechten Traumausgang,
ist immer das angestrebte Ziel zu überdenken.
Eine wichtige
abschließende Frage ist, was ist die Absicht, oder der Wunsch des Träumers im
Traum?
Wo finden
sich hier Parallelen, die auch das Wachleben betreffen?
Haben
wir mehrere aufeinanderfolgende Träume (über Tage) zum Vergleich, suchen wir
nach Reaktionen, die der Träumer im realen Leben nicht vollziehen würde, oder
wir schauen, wo der Träumer sich konfrontiert, mit dem er nicht rechnet. Haben
wir die Gleichartigkeiten aus mehreren Träumen herausgestellt, so stoßen wir
auf den Sachverhalt, den es zu deuten gilt.
Der
Traum weist nicht nur Strukturen innerhalb des Traumgeschehens auf, wie
Ausgangslage, Entwicklung und Ergebnis, auch in Traumserien ist eine solche
Struktur zu erkennen.
Die
Persönlichkeitsentwicklung in Träumen zeichnet sich dadurch aus, daß einzelne
Etappen durchlaufen werden.
1.
Zu Beginn einer Entwicklung, stehen kollektive Motive. Diese sind einer
Assoziation nur wenig zugänglich und es macht wenig Sinn sie genau deuten zu
wollen.
Häufig
verwendete Symbole sind Muttersymbole wie Erde, Höhle, Meer usw. Dabei handelt
es sich um Symbole aus denen etwas entsteht, kommt, oder geformt werden kann;
Ursprung werdenden Lebens. Symbole einer beginnenden Entwicklung sind auch
Archetypen wie Schlangen, Reptilien, oder mystische Personen.
Etwas
fortgeschritten erscheinen Symbole wie Löwe, Pferd, Stier, usw. wenn sie
wichtige Zentren im Traum bilden. Sie verweisen auf die animalische Triebnatur,
die noch besteht, bevor sich der Mensch entwickelte.
Darauf
folgt die Regression in die Vergangenheit in der wir selber Kinder sind, oder
Erinnerungen aus der Kindheit und deren anknüpfende Gegenstände. In der
Kindheit wird das Leben vorgegeben, auf dem der Erwachsene zwangsweise aufbauen
muß.
2.
Der eigentliche Entwicklungsverlauf, zeigt sich in Symbolen der Bewußtheit, wie
Straßen, Berge, Türme, Fluß, Haus, Fahrzeug, usw.
Hierbei
handelt es sich um Symbole des Weiterkommens, des Überwindens, der
Standfestigkeit, des Über und Umblicks.
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3. Am Ende einer Entwicklung stehen Brücken, Türen, und sonstige Übergangssymbole. Der erfolgreiche Abschluß kann sich durch hinweisende Stimmen zeigen, die entweder meist von geschlechtsneutralen oder gegengeschlechtlichen Personen ausgesprochen werden. Diese Stimmen können dem Träumer entsprechende Lebensweisheiten mitteilen.
Bleibt
der Träumer in einer Entwicklungsstufe stecken, so erfahren die Träume
in ihrer Struktur kaum eine Veränderung. Die Träume enthalten dann immer
nur eine der drei aufgeführten Strukturen und das unter Umständen für
Jahre.
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Was ist Assoziation?
Assoziation ist, wenn beim betrachten eines bestimmten
Bildes oder einer Gegebenheit, eine andere Vorstellung in das Bewußtsein
gerufen wird.
Manche Traumbilder, die wir auf uns einwirken lassen,
rufen Erinnerungen, Vorstellungen, oder Gefühle in uns wach, die nicht
unbedingt mit dem geschauten im Zusammenhang stehen müssen.
Für was benötigen wir die Assoziation?
Die Assoziation wird dazu benutzt, uns zu zeigen, um
welches Problem es sich im einzelnen handelt.
Wir versuchen damit zu klären, welche Situation nicht
real verarbeitet wird und wo unsere falsche Einstellung den Konflikt fördert.
Die Assoziation ist da Erfolgversprechend, wo durch
das Traumbild die ausgelösten Gefühle, Erinnerungen, Einstellungen usw., mit
unserer momentanen Situation in Beziehung gebracht werden kann. Je
umfangreicher der Erlebniszusammenhang sich gestaltet, um so wahrscheinlicher
können wir den Traum deuten.
Worauf begründet sich die Assoziation?
Die Assoziation ist durch folgende Erfahrungen
begründet.
Ein einfaches Beispiel: Wir betrachten ein Bild einer
uns nahestehenden Person. Die Gefühlsmomente die dabei entstehen, stehen in
direktem Zusammenhang mit der entsprechenden Person. Das Bild an sich ist nicht
die Person, aber die gefühlsauslösende Situation bleibt sich fast gleich. Wir können
das Bild soweit verändern, daß die abgebildete Person nur noch schemenhaft
wirkt. Aber auch hier verändert sich der gefühlsauslösende Momente nicht. Für
Personen die keine Beziehung zu der abgebildeten Person aufrecht erhalten, wird
das Schemata keinen Zusammenhang mehr herstellen lassen. Das heißt, das Bild
wirkt als Attrappe, in dem die darauf Sensiblen entsprechend reagieren, ohne
mit der Realität selbst konfrontiert zu sein. Genau so gut könnte es sich aber
auch um einen Gegenstand handeln, der eine Beziehung zu der Person herstellen
läßt.
Auf der gleichen Basis fundierend, nur nicht so
augenfällig, das folgendes Beispiel:
Sie lesen einen Text, betrachten ein Bild, oder ihr
Blick wandert über eine Gegebenheit. Plötzlich werden ihre Gedanken in eine
bestimmte Richtung belebt. Diese Gedanken scheinen mit dem Aufgenommenen in
keiner Beziehung zu stehen und dennoch besteht eine Verbindung zu dem
wahrgenommenen. So wie die Gedanken auftauchen, können sie auch wieder
untertauchen. Versuchen wir die verloren gegangenen Gedanken wieder
aufzugreifen, können sie trotz größtem Bemühen nicht mehr auffindbar sein.
Kommen wir aber auf die Gedanken auslösende Situation zurück, erscheinen die
verloren geglaubten Gedanken von neuem. Das heißt, der gelesene Text, das
aufgenommene Bild usw., ruft in uns etwas wach, deren Beziehung zu der
gedankenauslösenden Situation nicht immer klar erkenntlich ist. Das erklärt
auch, warum die meisten Träume objektiv betrachtet, eine so unverständliche
Wirkung auf uns haben und bei jedem Menschen einen anderen Eindruck
hinterlassen.
Bei der Assoziation benutzen wir den Traum, um in uns
solche verborgenen Gedanken anzuregen, um sie mit dem Wachleben zu vergleichen.
Ein weiteres Gedanken auslösendes Phänomen, ist das
zurückerinnern an Träume die weit hinter uns liegen, während wir uns an den
jetzigen Traum erinnern. Beide Träume sind hier in direktem Zusammenhang zu
bringen. Die Rückerinnerung zeigt, daß wir die Welt in diesem Bereich noch
nicht bewußt erleben.
Vorgehen bei der Assoziation:
Bei einzelnen Träumen, das heißt, Träume ohne
wiederkehrende Motive, soll die Befragung am besten gleich nach dem Erwachen
folgen, zumindest am gleichen Tag. Tage später kann unter Umständen die
Situation und die damit verursachenden Traumbedingungen, nicht mehr gegeben
sein und daher nicht mehr erinnert werden. Anders verhält es sich bei
Wiederholungsträumen, hier besteht die Aktualität über längere Zeit fort.
Bei der Assoziation zerlegen wir den Traum in seine
einzelnen Teile. Gegenstände und Motive
werden heraus gegriffen, wie Straße, Baum, Herr Müller, Auto, eilig, usw.
Suchen sie aber nur die bedeutenden Bilder heraus, damit sie sich nicht zu sehr
verstricken.
Handelt der Traum z.B. von einem Haus mit
verschlossenen Türen, so entnehmen wir daraus das Reizwort Tür, verschlossen
und Haus.
Halten wir das Reizwort Tür uns vor Augen, so nehmen
wir das erste uns in den Sinn kommende Reaktionswort, z.B. Eingang, verbunden
mit hineinkommen, regulärer Weg, usw.
Es ist wichtig, daß man alles beachtet was einem
dabei durch den Kopf geht und nicht etwa dazu neigt, etwas zu unterdrücken,
weil es einem unwichtig oder Unsinnig erscheint.
Erfährt das Traumbild eine Verdichtung, so müssen
beide getrennt voneinander aufgeführt werden. Z.B. Auto auf Füßen, in Auto und
Füße. Hinterher sucht man die Gemeinsamkeit, der getrennten Einfälle.
Ein ausbleibender Einfall, eine zu lange
Reaktionszeit, oder zu schnelle Antwort, die einen festen Bezug zum Reizwort
haben, z.B. Tür und Türrahmen, zeigen uns einen bestehenden Komplex. (siehe
Assoziation und Verdrängung)
Die Einfälle haben nichts mit Überlegen und
Nachdenken zu tun und dürfen durch sie nicht zustande kommen.
Wenn der Träumer dazu tendiert seine Assoziationen
der Traumvorstellung entsprechend auszulegen, ist es ratsam die einzelnen
Reizwörter zu durch mischen, damit keine Abfolge zum Traum hergestellt wird.
Dadurch begegnen wir einer bewußten Selektion von Vorstellungen und fördern
gleichzeitig das mühelose Auftauchen ungewollter Vorstellungen..
Der Träumer versucht gerne seine Deutung in bestimmte
Bahnen zu lenken und übt damit eine bewußte Kontrolle über seine Einfälle aus.
Die gesammelten Einfälle stellen wir den
entsprechenden Reizwörtern gegenüber, ohne sie vorweg zu prüfen was sie
enthalten könnten. Wir kümmern uns auch nicht darum, inwieweit sie vom
eigentlichen Traumgeschehen abweichen.
Haben wir alle Einfälle zusammen getragen, ordnen wir
sie zugehörig der aus dem Traum entnommenen Reizwörtern ein. Jetzt besitzen wir
eine Abhandlung vom Traum, mit entsprechend eigenen Vorstellungen.
Die Abhandlung im Traum, mit unseren Einfällen,
stellen wir jetzt unserem Alltagsleben gegenüber. Hier vollziehen sich erneut
Vorstellungen und Erlebnisse, die in Zusammenhang mit unserem momentanen Leben
zu bringen sind. Einfälle müssen wenn nötig nachvollziehbar einer Änderung
unterzogen werden, falls sich daraus eine neue Bestätigung ergibt. Ein
Zusammenhang zwischen Wachleben und Traum, muß aber immer herzustellen sein.
Das heißt, das was wir besprechen, gibt es sich tatsächlich auch so im Traum zu
erkennen?
Es macht also keinen Sinn Erklärungen abzugeben, die
keine Parallelen zum Traum aufweisen.
Hatten wir zu bestimmten Reizwörtern keine Einfälle,
oder kann zu diesen kein direkter Bezug hergestellt werden, so nehmen wir die
Symbolik mit zur Hilfe.
Das Symbol ist kollektiver Natur, innerhalb der
gleichen Kultur und weist über sich selbst hinaus. Das Symbol ist in seiner
Gesamtheit nicht zu erfassen, unsere Erklärung bleibt von daher immer
beschränkt.
Wir müssen aber unterscheiden zwischen Symbol und
Motiv. Ein Motiv ist etwas, das aus einem persönlichen Beweggrund entsteht.
Durch das beisteuern einer Symboldeutung, im
Vergleich mit der eigenen Assoziationen, läßt sich unter Umständen ein besserer
Bezug zu unserem Leben herstellen.
Besteht dann immer noch die Schwierigkeiten einer
Verbindung, gehen wir nicht weiter darauf ein.
Es währe töricht den Traum in einem schnellen Urteil
erfassen zu wollen, denn ein schnelles Urteil verbaut die Möglichkeit dem
Traumsinn zu erkennen. Bei einer schnellen Deutung besteht auch die Gefahr, den
Traum nach eigenen Wünschen auszulegen.
Bei der Assoziation finden wir drei Möglichkeiten der
Beantwortung.
1.) Das Reizwort wird mit einem ähnlichen Wort
beantwortet.
Bei einer Ähnlichkeit, wird z.B. warm mit kalt, oder
Holz mit Hölzer beantwortet. Hier verweigert der Träumer die Auseinandersetzung
mit seinen Traummotiven. (Siehe weiter unten. Hinweise einer Verdrängung.)
2.) Das Reizwort wird mit etwas anderem in Verbindung
gebracht.
Z.B. Rose mit Liebhaber, Kirche mit Besinnung. Auch
kann von Tätigkeiten, auf Gegenstände, wie von Gegenständen, auf Tätigkeiten
geschlossen werden. Unsere Phantasie kann dabei phantastische Sprünge vollbringen,
wie Krabbenfischer mit Weihnachten.
3.) Das Reizwort stimuliert bestimmte Gefühlsmoment,
oder erinnert an Erfahrungen aus früherer Zeit.
So zieht ein einzelner Gegenstand, oder eine
Tätigkeit, eine Fülle von bereits erfahrener Informationen hinter sich her.
Die erinnerten Erfahrungen vergleichen wir mit
unserem momentanen Erleben, in Verbindung mit dem Ablauf im Traum.
Wörter die mit einer Ähnlichkeit beantwortet werden,
weisen entweder auf eine Verdrängung, oder mangelnde konzentrierte Mitarbeit
hin.
Dabei kann der Träumer dem Reizwort etwas
Entgegensetzen oder es in Gleichklang bringen. Z.B. warm mit kalt oder
Regenbogen mit Regenschirm.
Sicher auf eine Verdrängung weisen alle nervösen Erscheinungen,
die durch das Reizwort hervorgerufen werden.
Versucht man den Träumer zu überführen, reagiert er
damit keine Einfälle mehr zu produzieren oder versucht durch kontrolliertes
Überlegen von seiner Situation abzulenken.
Wird das Bewußtsein durch den Einfall bedroht,
verhindern Affekte das auftauchen von Einfällen. Diese Affekte äußern sich in
leichten Ablenkungsmanövern, bis aggressiv nervösen Reaktionen. Reize die dem
Neurotiker bedrohliche Einfälle entlocken, stammen selten aus seinen Träumen,
sondern sie kommen im normalen Alltagsleben vor. Können die Einfälle nur schwer
unterbunden werden, welche die Persönlichkeit im normalen Alltagsleben
bedrohen, sind schwere neurotische Erscheinungsformen die Folge. An der
Reaktion die ein scheinbar harmloses Reizwort auf manche auszulösen vermag,
erkennen wir, welch gewichtiger Einfluß, der von uns registrierten Worte,
Bildern und Handlungen, wir dadurch erfahren. Bei solchen Reizen die von außen
kommen, reagieren die darauf sensiblen mit Flucht, Angst und, oder Aggression.
Bei großem Ungleichgewicht ist für den Betreffenden, wie für den Außenstehenden
nicht mehr ersichtlich, ob das einwirkende symbolischen, oder realen
Reaktionswert besitzt. In Beziehung zur Realität läßt sich der auslösende
Moment nicht direkt stellen.
Vorteil der Traumanalyse, das herausgenommene
Reizwort läßt sich nicht aggressiv gegen andere ableiten, da es ja vom Träumer
selber stammt. Eine Antwort, wenn überhaupt, erzielt man nur durch Überwindung
großer Schwierigkeiten.
Einige Traum Teile, sind durch den Vorgang der
Verdrängung, vom Zugang des Bewußtseins ganz ausgeschlossen.
So erweckt es bei manchen den Eindruck, daß sie nicht
in der Lage sind einen Zusammenhang von ihrem Leben zum Traum herzustellen. Das
heißt aber nicht, daß eine Wirkung durch den Traum auf sie ausgeschlossen ist.
Der Nutzen ist darin begründet, daß durch das besprechen des Traumes, unbewußte
Phantasien in direkter Form dem Bewußtsein zugeführt werden. Wir erreichen
dadurch eine spürbare Entlastung, da der Traum kompensierend und daher
entlastend, auf den Konflikt reagiert. Werden die Einfälle erst später Bewußt,
so fällt es leichter sich verdrängtes einzugestehen. Die Einfälle, wie der
Traum, sind ja hinterher nicht zu bestreiten.
Sich des träumend während des Traumes bewußt zu sein, auch luzides (helles) Träumen genannt, kommt nicht häufig, aber dennoch immer wieder einmal vor. In seltenen Fällen wiederholen sich diese Träume sogar über mehrere Nächte hinweg.
Bei den luziden Träumen finden wir zwei Formen des Träumens:
1. Das Ich bestimme in einem gewissen Rahmen den Traumablauf und kann selbst
Traumbilder herbeiführen.
2. Der Träumer ist dazu befähigt bewußt Entscheidungen zu treffen,
hat aber keine Einflußnahme auf den Traumablauf.
Bei ersteren zeigt uns der Traum sehr deutlich, welche Interessenslagen der Träumer momentan tatsächlich in den Vordergrund stellt.
Bei der zweiten Form luzider Träume, finden sich Träume die uns angenehm
erscheinen und andere, wo der Träumer bestrebt sein wird, aus dem Traum
zu erwachen, denn die symbolische Wirkung der angst einflößenden
Bilder bleibt weiter bestehen.
Zeigt sich der Traum angenehm und der Träumer wird sich des Träumens
bewußt, versucht er meist vergeblich im Traumzustand zu verweilen oder
der Traum wird durch einen Traum des Erwachens abgelöst.
Aus der Unterbrechung geht schon hervor, das begonnene ist noch nicht zu Ende,
das Angefangene muß noch im Wachen zum Ende gebracht werden.
Bei angenehmen Träumen sollen wir selber das umsetzen, was wir nur symbolisch
wagen.
Bei unangenehmen Träumen kann sich allerdings das Erwachen schwierig erweisen.
Der Träumer, der bestrebt sein wird aus seinem Traum zu erwachen, versucht
aus der vorbewußten Welt zu fliehen, um so dem anstehenden Konflikt zu
entgehen. Erinnert sich der Träumer daran bestehende Schwierigkeiten meistern
zu müssen, so trägt der Mut im Traum mit dazu bei, die anstehenden
Schwierigkeiten im Leben zu überwinden.
Eine einfache Form das Erwachen herbei zu führen, ist das laute Rufen des
eigenen Vornamens. Generell kann sich der Träumer nicht im Schlaf halten,
wenn er seinen Vornamen akustisch (nicht wissentlich) deutlich vernimmt.
Sterben und geboren werden, dabei handelt es sich um Gegensätze. Das Eine
ist ohne das Andere nicht möglich. Daher sind Träume vom Tod oder
einer Geburt, Zeichen einer Wandlung. Das Alte muß sterben, damit das
Neue entstehen kann. Das Sterben bereitet uns Angst, weil wir das Neue noch
nicht kennen. Die Angst wird hervorgerufen durch das aufgeben des Alten, so
wie gleichzeitig die Angst vor dem unbekannten Neuen. Um sich einer solchen
Wandlung zu unterziehen bedarf es des Muts.
Zentriert erscheinen solche Träume vor allem während der Pubertät
und zum Beginn der zweiten Lebenshälfte. Werden diese Krisen nicht überstanden,
bleiben wir in unserer Entwicklung stehen. Unser Verhalten entspricht dann nicht
mehr unserem realen Alter. Gerne sprechen wir dabei von ewiger Jugend, dabei
handelt es sich lediglich um eine Stagnation der Entwicklung. Verlieren solche
Menschen den Anschluß zur jüngeren als auch zur gleichaltrigen Generation,
entstehen die Ängste des Zurückgebliebenen. Im Traum fordert dann
der Tod eine Veränderung der bisherigen Einstellung und Bewußtseinslage.
Der leibliche Tod im Traum symbolisiert den innerseelischen Stillstand, den
es zu überwinden gilt. Dieser Zustand muß und kann überwunden
werden, da es sich nicht um einen echten Tod handelt. Am Punkt des Todes entsteht
ein neues Leben. Der Tod sprengt die Fessel auferlegte Regeln und überholter
Wahrheiten des eingeschränkten Menschen. Der Tot tritt nicht ein zur Zeit
des Traumes, sondern verweist auf den bisher gegangenen Weg, der durch unentwegtes
festhalten an seiner Richtung den Tod bereits in sich trägt. Der Tod ist
das fallen lassen von Vorstellungen, die das Leben bisher verhinderten. Man
wird wieder in die reale Welt gerückt.
Träume über den Tod stehen immer am Ende einer Entwicklungsstufe.
Während das Kind den Anfang darstellt.
Weitere Wandlungsträume sind Träume von einer Schwangerschaft oder
Geburt, wenn etwas neues entsteht.
Wandlungen in denen noch etwas zu vollziehen ist, sind Träume von Höhlen,
Erdspalten, Brücken, in denen es uns schwer fällt sie zu überwinden.
Ziehen wir uns aus der realen Welt zurück und suchen die verantwortungslose
Geborgenheit, so träumen wir von Grüften, Höhlen oder dem Inzest.
Beim Tod von Bekannten, soll an das Aufgeben eigener Vorstellungen gedacht werden,
die sich auch in diesem Sterbenden widerspiegeln.
Beim Tod naher Angehöriger kann es sich auch um ein Wunschdenken handeln.
Die Frage, auch wenn sie uns schwerfällt sollte lauten, welche Vorteile
brächte der Tod des Bekannten?
Eine Frau träumte, ihr einziges Kind sei ertrunken. Im Wachleben stellt
das Kind das Bindeglied einer unbefriedigten Ehe. Nach dessen Tod hätte
die Frau den Mut, die Ehe zu lösen.
Diese Träume zeigen ein hohes Potential an unterdrückter Aggression.
Dabei steht nicht der reale Wunsch im Vordergrund, das Kind sollte sterben,
sondern der Tod des Kindes wird leichter in Kauf genommen werden, als das eigenverantwortliche
handeln um die Ehe zu beenden.
Das ankündigenden des leiblichen Todes in Träumen, bei reifen Menschen,
kündigt sich nicht durch das eigene Ableben im Traum an. Tod ankündigende
Träume zeigen uns auf einer großen Reise, beim übersetzen auf
eine andere Seite, z.b. eines Flusses, wo man auf uns wartet und wir in Empfang
genommen werden. Oder das überwinden schwerer Hindernisse. All diese Träume
hinterlassen einen dabei noch nie erreichten Eindruck. Sie sind die Krönung
des jemals erlebten, und von daher niemals Angst einflößend. Menschen
die solches träumen, sind sich ihres menschlichen Ablebens durchaus bewußt.
Leider werden solche Hinweise Sterbender nicht ernst genommen und von den Angehörigen
mißverstanden oder verdrängt, dabei berauben sie sich wichtiger Inhalte
ihres eigenen Lebens. Nicht auf das Geschwätz der Leute soll eingegangen
werden, die ihren Tod als Mittel zu Zweck gebrauchen, sondern auf die, die bereits
solche Erfahrungen im Traum hatten.
Liebe Leser,
bisher wurden mir viele Träumen zugesendet, mit der Bitte sie zu deuten.
Das interpretieren von Träumen ist keine Sache von 5 Minuten, sondern benötigt viel Zeit. Haben Sie bitte Verständnis, wenn mir die Zeit dazu nicht reicht.
| Wer soll seine Träume nicht deuten lassen: | Wer meinen Text noch nicht gelesen hat. Wer schon immer wusste, daß er zu den Ausgewählten gehört und das im Traum auch noch bestätigt bekommt. Wer genau weiß was sein Traum bedeutet. Wer sehr schöne Träume hat.* |
* Wenn sich der Traum von seiner besten Seite zeigt, dann in der Regel deshalb, weil der Traum auf etwas verweist, mit dem der Träumer noch nicht belastet werden kann.
Suche Personen
die telepathisch Träume haben, Personen die gemeinsam den gleichen oder ähnliche
Träume haben und Frauen welche von einem Traummann träumen.
MarioFassen@web.de
Schreiben Sie in die Betreffzeile bitte "Traum"
Unter
www.urtherapie.de/mykose
www.fassen.de/krebs
finden Sie nützliche Informationen zum Thema Gesundheit.
Sprechen ohne Worte. Entwicklung der natürlichen Sinne.
Was unter Tieren funktioniert, können sich auch Menschen zunutze machen.
Wie, das lernen Sie bei :
Bettina Gebel
Grabenstraße 20
55234 Flomborn
www.natur-und-familie.de
Unter
finden Sie die Bildergalerie der gleichnamigen Kunstmalerin.
| Wer sich in das Thema Traum und Symbol vertiefen möchte, dem
empfehle ich das Buch von C.G. Jung Der versuchten Traumdeutung am Schluß, die nicht von Jung stammt, möchte ich nicht zustimmen. Insgesamt finde ich das Buch aber sehr wertvoll. |
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Marianne Gronemeyer Ein guter Titel, mit ebenso gutem Inhalt. Ein Buch das
Tiefblicken läßt, in ein von Unrast und Konsumzwang geprägtes
Leben. Leider, leider, auch das Befassen mit Träumen
steht nicht selten unter diesem Vorzeichen und mittlerweile stehe ich
meiner Internetseite zwiespältig gegenüber. Die Suche nach
dem Selbst, der Gipfel von Selbstsucht? |
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| Wer den Zusammenhang von Gesund- und Kranksein
verstehen möchte, dem empfiehlt sich mein Buch "Das urzeitliche
Heilprinzip" ISBN 978-3-8391-2953-1 Preis: 13,60 Euro 192 Seiten |
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